TC Dampfen – Probleme, Ursachen & Lösungen

TC, TemperaturkontrolleTC (Dampfen mit Temperaturkontrolle) ist eine feine Sache – wenn es funktioniert. Hier erkläre ich wo die Probleme von TC liegen können und was man dagegen tun kann.

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Inhalt

Vorwort

TC (Temperaturkontrolle) ist ein Schritt vorwärts und einer zurück. Es schützt theoretisch vor zu hohen Temperaturen, was gerade für Dampf-Einsteiger eigentlich eine schöne Sache ist. Es funktioniert aber nur wenn die Voraussetzungen stimmen. Daran hapert es jedoch häufig, und es ist Dampf-Einsteigern m.M.n. auch nicht zuzumuten sich damit auszukennen. Bei schwankenden Übergangswiderständen zum Beispiel kann TC spontan überhitzte/kokelnde Wicklungen verursachen, also das genaue Gegenteil von dem was es eigentlich tun soll… 🙄

Die Probleme sind bei Nickel-Draht, und generell bei Verdampferköpfen (wackelige Klemmkontakte) besonders ausgeprägt, weshalb TC für Dampf-Einsteiger ein zweischneidiges Schwert ist…
Ich würde Benutzern von Verdampferköpfen empfehlen, vor dem Übergang zum Wahnsinn, die Gegenmaßnahmen durchzugehen, und wenn das nicht fruchtet, einfach in den Watt-Modus zu wechseln. Es lohnt bei Verdampferköpfen einfach nicht sich da endlos ’nen Wolf zu probieren…

Basiswiderstand ermitteln

Der „Basiswiderstand“ ist der elektrische Widerstand den die Wicklung bei Raumtemperatur hat, also wenn der Verdampfer vollständig abgekühlt ist. Der Akkuträger muss diesen Widerstand einmal erfassen können, damit die Regelung richtig funktioniert (damit die Temperatur im Display einigermaßen stimmt).

Viele Akkuträger (zB Joyetech, Eleaf und Wismec) besitzen eine automatische Erkennung des Basiswiderstands. Dies geschieht beim Aufschrauben des Verdampfers und auch fortwährend, solange der Verdampfer auf dem Akkuträger sitzt. Denn sollte sich der Widerstand nach unten hin verändern, geht der Akkuträger davon aus das der Verdampfer nicht ganz abgekühlt war als er aufgeschraubt wurde, und passt den Wert des Basiswiderstands automatisch an.

Auch mit aktiviertem „Lock“ (siehe nächster Abschnitt) wird der Basiswiderstand u.U. automatisch angepasst, sollte das nötig sein. Wie intelligent das geschieht kann von Modell zu Modell leicht unterschiedlich sein, und hängt davon ab wie weit sich ein gemessener Widerstand vom vorher ermittelten Basiswiderstand unterscheidet. Wenn man zB einen Verdampfer mit 0,3 Ohm drauf hat und dann einen mit 1 Ohm aufschraubt, dann wird die Box merken das dies ein anderer Verdampfer sein muss und den neuen Basiswiderstand entweder stillschweigend automatisch aktualisieren, oder mit „New coil – same coil?“ eine Bestätigung verlangen.

Basiswiderstand sperren

Die Lock-Funktion (sie kann zB „Widerstand-Sperrfunktion“ im Handbuch heißen) sperrt weder einen Widerstand, noch speichert sie einen Basiswiderstand. Die Handbücher lügen wie gedruckt (mindestens die von Joyetech, Eleaf und Wismec). ???? Der „Lock“ bewirkt nichts anderes als die „New coil – same coil?“ Abfrage zu unterdrücken.

Mit aktivem Lock (Schloss-Symbol im Display) „verheiratet“ man einen Verdampfer mit der Box und kann dann den Verdampfer beliebig ab-/aufschrauben, auch in warmen Zustand, ohne das die Box „New coil – same coil?“ fragen wird. Sie geht dann davon aus das es immer derselbe Verdampfer ist und toleriert in mehr oder minder großen Grenzen einen Widerstand der höher ist als der vorher gespeicherte Basiswiderstand.

Mehr macht diese Funktion nicht. Wirklich. 🙂

Egal welche Temperatur ich einstelle – es dampft nicht ordentlich

Viele Akkuträger bieten eine Einstellmöglichkeit für die maximale Leistung (Watt) die innerhalb des TC-Modus ausgegeben werden soll. Diese Watt-Einstellung darf nicht zu niedrig sein, sonst wird der Akkuträger die Wicklung niemals auf Temperatur bekommen, egal wieviel Temperatur eingestellt wird.

Beispiel: Nehmen wir an es wurden 200° eingestellt und der Verdampferkopf/Wicklung benötigt 20 Watt Leistung um diese 200° zu erreichen. Sind weniger als 20 Watt eingestellt worden, dann werden die 200° auch niemals erreicht werden können. Bitte hier gleich weiter lesen:

Es knallt, faucht, oder spritzt Tropfen bei Zugbeginn

Im Prinzip kann man die Watt-Einstellung des TC-Mode belassen wie sie werksmäßig ist: Volle Lotte. Dann taucht auch nicht das vorige Problem auf („dampft nicht ordentlich“) wenn man später einen größeren Verdampfer drauf schraubt.

Es kann jedoch störend sein, falls der Verdampfer bei Zugbeginn heftig spratzelt oder Liquid-Tropfen hoch schießt, weil die TC-Regelung evtl. einen Tick zu langsam ist, um die viele Leistung nach dem Beginn des Zugs schnell genug runterzukurbeln.

Will man also die Watt-Leistung des TC-Mode auf den Verdampfer anpassen, dann wechselt man am besten in den Watt-Modus, findet dort den sweet spot (Leistung einer E-Zigarette richtig einstellen), und stellt die gefundene Wattzahl entsprechend im TC-Mode ein, plus ggf. ein paar Extra-Watt, nur um die Trägheit der Wicklung bei Zugbeginn, oder leicht unterschiedlichem Zugverhalten zu kompensieren.

Der Akkuträger springt immer in den Watt Modus zurück

Wenn der Akkuträger im TC-Modus bei Druck auf den Feuerknopf in den Watt-Modus wechselt, dann gibt es zwei mögliche Ursachen:

  • Die Wicklung/der Verdampferkopf hat zuviel Widerstand (Ohm).
    Viele Akkuträger sind im TC Modus auf 1,5 Ohm oder weniger begrenzt. Wieviel Ohm der Akkuträger im TC Modus maximal kann steht normalerweise in der Anleitung. Der Wert bezieht sich auf eine kalte Wicklung.
  • Die Wicklung besteht aus einem Drahtmaterial das nicht TC-fähig ist.
    Eine Wicklung aus Kanthal oder NiChrom zB verändert ihren Widerstand praktisch gar nicht, was der Akkuträger bemerkt, und dann automatisch in den Watt-Modus wechselt. TC-geeignete Drähte sind zB Edelstahl („SS“, V2A, V4A), Titan und Nickel.

Warum sind die Temperaturen auf verschiedenen Akkuträgern nicht gleich?

Ein Akkuträger wird im Display niemals eine korrekte Temperatur anzeigen können. Es kann immer nur eine Näherung sein, deren Genauigkeit für den Zweck des temperaturgeregelten Dampfens vollkommen ausreichend sein kann.

Die Temperaturermittlung ist ein Zusammenspiel aus einer Software und einer Hardware, welche den elektrischen Widerstand eines stromleitenden Bauteils messen kann. In unserem Fall ist dieses Bauteil die Wicklung im Verdampfer. Aus diesem gemessenen Widerstand, der abhängig von der Erwärmung der Wicklung ist, errechnet die Software eine konkrete Temperatur.
Fast alle elektronischen Temperaturmessgeräte / Thermometer funktionieren nach diesem Prinzip.

Voraussetzungen für eine möglichst korrekte Ermittlung der Temperatur

  1. Der Verdampfer wurde in vollständig erkaltetem Zustand (Raumtemperatur) auf den Akkuträger geschraubt.
  2. Der richtige TC-Modus (bzw die richtige Drahtsorte / TCR-Wert) ist am Akkuträger eingestellt worden.
  3. Es gibt keine nennenswerten Fehler in der Software des Akkuträgers.
  4. Der verwendete Temperaturdraht entspricht möglichst genau seiner theoretischen Spezifikation.
  5. Der Widerstand der Wicklung wird präzise gemessen.
    Und hier liegt der größte Schwachpunkt.

    1. Übergangswiderstände verfälschen die Widerstandsmessung. Siehe Abschnitt „Übergangswiderstand„…
    2. Elektronische Bauteile im Akkuträger unterliegen Schwankungen ihrer elektrischen Eigenschaften. Sogar zwei baugleiche Akkuträger werden immer unterschiedliche Widerstände messen – die Frage ist nur wie stark unterschiedlich. Das hängt von der Güte der verwendeten Bauteile ab.
      Theoretisch lassen sich die Schwankungen der Bauteile durch eine Kalibrierung jedes einzelnen Akkuträgers am Ende des Fließbandes weitgehend kompensieren. Ob das tatsächlich gemacht wird weiß ich nicht.

Aufgrund dieser Unwägbarkeiten sind Aussagen zur Temperatur, wie zB „Ich dampfe mein Liquid XYZ am liebsten bei 240°“ immer mit allergrößter Vorsicht zu genießen, da die tatsächliche Abweichung vom realen Wert immer unbekannt ist, und sich auf einem anderen Akkuträger/Verdampfer völlig anders darstellen kann. Den sweet spot muss man, trotz Temperaturkontrolle immer wieder selbst herausfinden: Leistung einer E-Zigarette richtig einstellen

Vergleiche in Watt sind aussagekräftiger, weil im Watt-Modus alle oben genannten Punkte erheblich weniger die tatsächliche Leistung auf der Wicklung beeinflussen als es bei TC der Fall ist.

Übergangswiderstand – Der Staatsfeind Nr. 1!

Weil TC über die Messung von sehr kleinen Widerstandsänderungen des Wicklungsdrahtes funktioniert, haben kleinste Widerstandsänderungen große Wirkungen auf die Ausgangsleistung/Drahttemperatur. Daher muss man bestrebt sein möglichst geringe Übergangswiderstände zu haben.

Überall wo ein Bauteil ein anderes berührt um Strom weiterzuleiten gibt es einen Übergangswiderstand. Dieser zusätzliche Widerstand ist im Idealfall so klein das er überhaupt keine praktische Rolle spielt.
Ist die Summe aller vorhandenen Übergangswiderstände jedoch zu groß dann kann die Temperatursteuerung nicht mehr ausreichend genau arbeiten.

Was zu hohe Übergangswiderstände verursachen kann:

  • Verdampferköpfe. Bei denen wird der Wicklungsdraht nur mit einer Silikontülle gegen die leitenden Bauteile des Verdampferkopfes gedrückt, was keinen zuverlässig guten elektrischen Kontakt bietet. Der Übergangswiderstand kann sich auch mitten im Betrieb verändern – ganz schlecht.
  • Zu locker angezogene Polschrauben in einem Selbstwickelverdampfer.
  • Mehrteilige Pluspol-Stränge (SubTank, Melo, und ähnlich aufgebaute Verdampfer).
  • Mehrteilige Minuspol-Stränge (Tank-Mittelgewinde im Avocado zB).
  • Schmutz oder Oxidation: Am 510er Gewinde zB, oder an den Drahtbefestigungspunkten in der Verdampferkammer.
  • Clapton Coils und ähnliche (Manteldraht zur Seele zB).

Generell ist jede Unterbrechung durch ein zusätzlich Bauteil ein zusätzlicher Übergangswiderstand. Ob der kritisch ist oder nicht hängt von der Bauweise, der Passgenauigkeit/Anpressdruck, vom Material, und der Sauberkeit ab.

Ich muss eine sehr niedrige Temperatur einstellen, sonst wird es zu heiß/kokelt

Mögliche Ursachen:

  • Falsche Drahtsorte oder TCR-Wert am Akkuträger eingestellt.
  • Der Draht besteht nicht aus dem Material mit dem er spezifiziert/verkauft wurde.
  • Fehlerhafte Software des Akkuträgers.
  • Verdampfer wurde mit nicht vollständig erkälteter erkalteter Wicklung auf den Akkuträger geschraubt. Lösung: Verdampfer abschrauben, 20 Minuten abkühlen lassen.

Wenn es nichts von obigem ist, dann ist dieses Verhalten ein sicheres Zeichen für einen hohen ÜW (Übergangswiderstand) im Verdampfer oder am 510er Gewinde.

  • Jeder ÜW addiert sich zu dem Widerstand des Drahtes.
  • Der Akkuträger ist auf das temperaturabhängige Widerstandsverhalten eines Drahttyps programmiert. Er heizt den Draht ganz stur solange auf, bis der für diesen Drahttyp passende Widerstand X erreicht ist – passend zu dem was im Display an Temperatur eingestellt wurde.
  • Der Akkuträger kann niemals wissen wieviel ÜW tatsächlich vorhanden ist – er geht im guten Glauben davon aus das der Gesamtwiderstand (nur den kann er messen) auch tatsächlich nur die Wicklung repräsentiert.

Nehmen wir den Gedanken mal mit. Im Falle eines vorhandenen Übergangswiderstandes glaubt der Akkuträger eine Wicklung vor sich zu haben die in der Realität zu einem Teil aus „Temperaturdraht“ besteht – und zum anderen Teil aus einem Übergangswiderstand (ÜW):

0,3Ω | 0,7Ω
==========
Aus Sicht des Akkuträgers ist diese 0,7 Ohm TC-Wicklung eine 1,0 Ohm TC-Wicklung.

Beim Feuern steigt der Widerstand nun zu wenig, weil der ÜW seinen Widerstand nicht ändert – denn er ist ja kein Temperaturdraht. Also feuert der Akkuträger lustig weiter, solange bis derjenige Widerstand erreicht ist der aufgrund des Gesamtwiderstandes (die 1 Ohm), passend zur eingestellten Temperatur ist.

Der Temperaturdraht muss somit die fehlende Widerstandserhöhung von ÜW ausgleichen – was er nur durch eine höhere Temperatur kann. Damit wird dann auch der Dampf zu heiß, oder es kokelt. Und um das zu kompensieren muss man eine geringere Temperatur einstellen, die dann weitab von der tatsächlichen Drahttemperatur sein kann.

Ich muss eine sehr hohe Temperatur einstellen damit es richtig dampft

Das Gegenteil von obigem: Die Widerstandsänderung des Drahtes geschieht zu schnell: 200° werden zB eingestellt, der Akkuträger feuert, doch der Draht erreicht den errechneten Zielwiderstand schon vor den 200°.

Mögliche Ursachen:

  • Falsche Drahtsorte oder TCR-Wert am Akkuträger eingestellt.
  • Der Draht besteht nicht aus dem Material mit dem er spezifiziert/verkauft wurde.
  • Fehlerhafte Software des Akkuträgers.

Viel wahrscheinlicher ist jedoch auch hier wieder der Übergangswiderstand als Verursacher, und zwar ein schwankender Übergangswiderstand, verursacht durch Bauteile die nicht fest genug aneinander gepresst sind, oder dreckig sind.

Wenn der Verdampfer auf den Akkuträger geschraubt wird und der ÜW (Übergangswiderstand) zu diesem Zeitpunt gerade niedrig ist, sich danach aber erhöht, dann passiert folgendes:

Verdampfer aufschrauben:
0,1Ω | 0,7Ω = 0,8 Ohm
========
Der Akkuträger misst die kalte Wicklung nun mit 0,8 Ohm als Basiswiderstand ein.

Nun erhöht sich der wackelige Übergangswiderstand:
0,3Ω | 0,7Ω = 1,0 Ohm
==========
Wenn man jetzt feuert, dann hat der Übergangswiderstand schon 0,2 Ohm zur Erhöhung des Gesamtwiderstandes beigetragen. Der Akkuträger denkt sich somit „Holla, soviel Ohm schon? Dann reicht es jetzt wohl mit der Wärme! Ich regle die Ausgangsleistung mal drei Gänge runter.“ 🙂
Und das kann man dann eben nur kompensieren indem man im Display mehr Temperatur einstellt als real an der Wicklung vorhanden ist.

Ich muss immer wieder die Temperatur stark nachjustieren

Das können wir kurz machen: Das sind schwankende Übergangswiderstände und eines der beiden oben erläuterten Probleme, oder sogar beide in wilder Kombination.

Als Krönung der TC-Fehlkonstruktionen kann man Verdampferköpfe mit Nickel-Draht betrachten (Eleaf GS Air zB). Hier wird ein sehr niedriger Wicklungswiderstand mit wackeligen Übergangswiderständen (geklemmte Drähte) zusammengebracht. Ganz blöde Idee, da es fast schon ein Garant dafür ist das man die Temperatur häufig nachjustieren muss. 

Gegenmaßnahmen, allgemein

  1. Wenn die Regelung nicht sauber funktioniert, kann es ganz einfach daran liegen das der Akkuträger einen falschen Basiswiderstand ermittelt hat. Das passiert wenn man einen Verdampfer aufschraubt der nicht vollständig abgekühlt ist (auf Raumtemperatur), oder wenn der Akkuträger den Widerstand gerade an dem Punkt gemessen hat an dem der Verdampfer während des Aufschraubens noch nicht vollständigen Kontakt hatte (das sich diese Punkte treffen ist selten, kann aber passieren).
     
    In diesem Fall kann es schon helfen einfach gar nichts zu machen, und den Akkuträger samt Verdampfer eine halbe Stunde stehen zu lassen. Der Verdampfer kühlt sich dann ab und der Akkuträger ermittelt den korrekten Basiswiderstand ganz von selbst neu. Mindestens Joyetech/Eleaf und Wismec Geräte machen das so. Bei anderen Akkuträgern schraubt man den Verdampfer im Zweifel vorher ab.
    Falls eine „New coil – same coil?“ Abfrage kommt, beantwortet man diese mit „Yes“ (Plus-Taste).
     
  2. Sorge für saubere Kontakte, überall. Kontakte kann man zB mit einem Wattestäbchen und Isopropanol und/oder einem Glasfaserstift sehr gut reinigen. Wo es sauber sein muss:
    • Pluspol & Gewinde des Akkuträgers.
    • Pluspol & Gewinde des Verdampfers.
    • Bei Selbstwickelverdampfern zusätzlich: Im Bereich der Drahtbefestigung.
    • Bei Verdampfern mit Wechselköpfen, zusätzlich:
      • Pluspol/Gewinde des Verdampferkopfes und des Gewindes das den Verdampferkopf aufnimmt.
      • Wenn der Verdampfer eine Base hat die den Verdampferkopf/RBA vom Akkuträger trennt (SubTank/Melo zB), dann säubere auch die Kontaktfläche des Pluspols im Innenteil der Base.
         
  3. Wähle Wicklungen/Verdampferköpfe mit möglichst hohem Widerstand.
    Die aktuellen Akkuträger können im TC-Modus mit einem Widerstand von bis zu 1,5 Ohm arbeiten. Im Zweifel in die Anleitung schauen wie hoch der Widerstand sein darf. Der Wert bezieht sich auf die Wicklung im kalten Zustand. 

    Warum ein möglichst hoher Widerstand für TC besser ist liegt ganz einfach daran das die Fehler durch Übergangswiderstände prozentual zum Wicklungswiderstand kleiner werden, und somit die Regelung weniger fehleranfällig ist. Bildlich:

    Eine TC-Wicklung mit 0,2 Ohm, plus einem Übergangswiderstand von 0,1 Ohm:
    0,1Ω | 0,2Ω = 0,3 Ohm
    ===
    Das ergibt „50% Fehler“, viel zuviel für TC.

    Eine TC-Wicklung mit 1,4 Ohm:
    0,1Ω | 1,4Ω = 1,5 Ohm
    ===============
    Ergibt „7% Fehler“.

    Vermeide Wicklungen/Verdampferköpfe mit Nickel-Draht (sehr niederohmig). Edelstahl, oder Titan, sind besser.
     

  4. Sorge für stabile, feste Kontakte der Wicklung.
    • Verdampferköpfe mit geklemmten Wicklungsdrähten besitzen keinen zuverlässig stabilen Kontakt, und da kann man auch nichts dran machen, außer die Hersteller zu rügen das sie so einen Kram als TC-fähig verkaufen. Man kann diejenigen die instabil funktionieren nur wegschmeißen, oder im Watt-Modus dampfen.
    • Selbstwickelverdampfer besitzen Schrauben mit denen der Draht festgezogen wird. Schrauben können sich während des Betriebs auch mal lockern – also prüfe ob die Wicklungsschrauben noch richtig fest sind.
       
  5. Verwende einen geeigneten Verdampfer.
    • Clearomizer (Verdampfer mit Verdampferköpfen) sind eher ungeeignet, auch wenn die Hersteller sie teilweise mit TC-Köpfen anbieten. Es kann funktionieren, aber oft wird die Temperatur nicht zuverlässig gehalten.
    • Größere Verdampfer, die oft auch mit einer RBA (Selbstwickeleinheit) daherkommen mögen professioneller erscheinen, sind aber wie Clearomizer aufgebaut, und besitzen zusätzlich sogar noch zwei weitere Übergangswiderstände, durch den Pluspin-Stift in der Verdampfer-Base. Dieser mehrfach geteilte Pluspolstrang wird mit mehr oder weniger Druck gegeneinander gepresst, und dies kann zu stark schwankenden Übergangswiderständen führen.
      Es können sich zwei Akkuträger mit unterschiedlich stark gefederten Pluspolen schon komplett unterschiedlich verhalten. Je schwächer gefedert, desto anfälliger für instabiles Temperaturverhalten.
      Jeder Verdampfer in den Wechselköpfe eingeschraubt werden können ist für TC prinzipiell mit Vorsicht zu genießen. KANN ausreichend genau funktionieren, muss aber nicht.
    • Geeignet sind Verdampfer die möglichst wenig Unterbrechungen im Stromfluss haben und geschraubte Verbindungen zur Wicklung haben. Das heißt im Klartext: Selbstwickelverdampfer, ohne Verdampferköpfe, und am allerbesten auch mit einem Wickeldeck das nicht herausschraubbar ist. Solche Verdampfer kannst Du in der Verdampfer-Datenbank gezielt suchen.
       
  6. Verwende einen guten Akkuträger dessen Software keinen Murks macht (heutzutage bei den etablierten Marken kein Thema mehr).

„Temp Protection“ im Display

Die Anzeige „Temp Protection“ ist kein Fehler, wie manche glauben. Ganz im Gegenteil ist es die Bestätigung das die eingestellte Zieltemperatur erreicht wurde und der Akkuträger die Ausgangsleistung nun so reguliert das diese Temperatur auch gehalten wird. Das muss so. 🙂

Es ist lediglich die Formulierung unglücklich gewählt. Im Display sollte besser so etwas wie „Target Temp“ oder „Temp reached“ erscheinen, das wäre wohl weniger missverständlich.

Fazit

TC kann eine schöne Sache sein – wenn man die Übergangswiderstände im Griff hat. Das der fiese gemeine Dampfer sich überhaupt um so ’nen Kram kümmern muss liegt in der Offenheit der Systeme begründet. Ein elektronisches Fieberthermometer ist ein geschlossenes System bei dem der Hersteller Kontrolle über alles hat, und die Genauigkeit der Temperaturermittlung selbst bestimmen kann.
Bei unseren Dampfen wollen wir aber natürlich verschiedene Verdampfer, Drähte, Köpfe und Akkuträger verwenden, weshalb trennbare Schnittstellen (Gewinde zB) vorhanden sein müssen – die aber Übergangswiderstände mit sich bringen.

Bei Problemen werden oftmals die falschen verdächtigt – die Akkuträger zB. Die Probleme liegen aber fast immer oberhalb des 510er Gewindes, sprich, im Verdampfer oder Verdampferkopf.

Vielleicht kommt ja sogar noch der Tag an dem Verdampferköpfe zuverlässig mit TC verwendbar sind, damit auch Einsteiger es problemlos verwenden können. Ideen hätte ich, aber mich fragt ja keiner. 😛

Links

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