Akkuträger: Replay-Modus

Evolv DNA - Replay ModeDer Replay-Mode von Evolv für DNA-Akkuträger: Scheinbar ein Watt-Modus, mit TC-Eigenschaften, und dem Vorteil das man sich um TCR-Werte keinen Kopf machen muss…


Inhalt

Falls bei den Begriffen im Beitrag Fragezeichen über'm Haupthaar aufplöppen: Abkürzungen & Begriffe

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Temperaturkontrolle (TC) und seine Tücken

Ein kleines Vorwort zu TC, und dem Faktor „Temperatur“ darin:

Ich „predige“ schon lange das die Temperaturanzeige in Akkuträgern unzuverlässig ist und man sie eigentlich nur Temperaturratezahl nennen kann:
Warum sind die Temperaturen auf verschiedenen Akkuträgern nicht gleich?

Da man sich auf die angezeigte Temperatur nicht verlassen kann muss man den Sweet Spot, trotz TC, grundsätzlich nach Gefühl einstellen:
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Bei DNA-Akkuträgern ist die angezeigte Temperatur theoretisch präziser, denn im Gegensatz zu anderen Akkuträgern verwendet Evolv keinen einzelnen TCR-Wert, sondern eine TR-Kurve (mehrere Einzelwerte von Temperatur und Widerstand über einen Temperaturverlauf von -100 bis 800°F), was eine detailliertere Beschreibung der nicht-linearen Widerstandsänderung bei linearer Erwärmung erlaubt.
Theoretisch bekommt man dadurch eine genaue Temperaturanzeige, über den ganzen Temperaturbereich hinweg.
Praktisch ist der Ansatz genauso ein Ratespiel wie beim TCR-Wert, weil wir keine zertifizierten Drahtmaterialien verwenden, und selbst wenn, die Übergangswiderstände immer ein Unsicherheitsfaktor bleiben, plus die Ungenauigkeiten der Akkuträger beim Messen des Widerstandes.

Replay Modus

Der Modus findet sich in DNA-Akkuträgern (Liste: FT|GB|AM|EB), ab dem Erscheinen der „C„-Serie – im Moment (November 2018) sind das DNA75C, DNA250C, und DNA Go. Der Modus sorgt auf „wundersame“ Weise dafür das sich der Akkuträger auch ohne Angabe eines TCR-Wertes wie im TC-Modus verhält – also Watte-Kokeln (Dry Hit), oder schlechter Geschmack durch zu geringen Nachfluss von Liquid (Tank leer zB) ausgeschlossen werden.

Der Replay-Modus ist eine Abkehr von der sowieso unzuverlässig angezeigten Temperatur, und man verlegt sich stattdessen auf einen anderen Bezugspunkt, der da heißt: „Dampft gut„. Also das was ich schon immer empfohlen habe. 😉

Vorteile von Replay:

  • TCR-Wert unnötig, und damit:
    • Keine Recherche & Rumraten mehr welcher TCR-Wert wohl für den eigenen Akkuträger der richtige sein könnte.
    • Falsch spezifizierte Drähte (anderer TCR als angegeben) sind keine Quelle für Probleme beim Konfigurieren.
    • Kein Einstellen des TCR-Wert im Akkuträger (bei manchen nur äußerst unbequem einstellbar).
    • Kein Experimentieren mit dem eingestellten TCR-Wert.
  • Verdampfer kann kalt oder warm auf den Akkuträger aufgeschraubt werden.
    Das altbekannte „Lass den Verdampfer mal abkühlen, dann funktioniert TC auch wieder richtig“, oder „Messe den Widerstand mal neu ein“ ist bei Replay unnötig.
  • Keine irrigen Annahmen zur Temperatur mit der man glaubt zu dampfen.
    Damit verbunden erledigen sich auch falsche Aussagen / Ratschläge bei welcher Temperatur ein Setup / Liquid / Wicklung angeblich am besten schmecken würde.
  • Geräte ohne Display können trotzdem TC bekommen.
  • Unterschiedliche Drahtmaterialien in einer Wicklung mischbar.

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Replay Anwendung

  1. Verwende einen beliebigen TC-fähigen Draht – also einem Draht der bei Erwärmung deutlich seinen Widerstand ändert (Edelstahl, Titan, Zirconium, Nickel, Wolfram zum Beispiel).
  2. Statt nun einen TCR-Wert und eine Temperatur einzustellen stellt man lediglich die Watt-Leistung so ein das es angenehm dampft, also der persönliche Sweet Spot erreicht wird. 
  3. Evolv DNA - Replay ModeHat man die ideale Einstellung gefunden, teilt man dies dem Akkuträger mit. Das kann zum Beispiel „Save Puff“ oder ähnlich heißen, das hängt vom verwendeten Theme ab. Hier zum Beispiel anders dargestellt vom „Clean Colors“ Theme:

Fertig. 🙂 Die „Konfiguration“ ist damit abgeschlossen.

Praxis

Übergangswiderstände (TC Dampfen – Probleme, Ursachen & Lösungen) wirken sich bei Replay weniger negativ aus, weil Replay nicht „von unten nach oben“ zu einem Zielwiderstand hin rechnen muss.
Den Replay-Modus interessiert nur der absolute „Endwiderstand“. Drähte mit hoher „TC-Präzision“ (Kombination aus möglichst hohem TCR und möglichst hohem Grundwiderstand) werden aber trotzdem den abgespeicherten „Referenz-Zug“ präziser reproduzieren.

Weil bei Replay die Wicklung in der Einheit Watt eingestellt wird können Anwender erheblich besser & zuverlässiger Daten austauschen.

Bei TC kann man nicht sagen „Wickel mal xyz und stelle 200°C ein, das schmeckt gut“, denn es ist bei TC höchst ungewiss mit welcher Leistung der Akkuträger tatsächlich feuern wird, weil es im TC-Mode zuviele Variablen gibt, die sich bei kleinen Ungenauigkeiten schon sehr stark auf die Ausgangsleistung auswirken können.

Das ist im Watt-Modus ganz anders – der ist „von Natur aus“ erheblich genauer als TC, weil er ohne TCR arbeitet, und Widerstandsunterschiede automatisch ausgleicht. Watt = Watt. Es bleiben im wesentlichen nur die Ungenauigkeiten verschiedener Akkuträger in der Watt-Ausgabe, die aber in der Regel ganz erheblich kleiner ausfallen als im TC-Modus.

Beispiel für die Übertragbarkeit eines Setups:

Kevin baut eine Wicklung aus 0,40er Titan und erzählt Chantalle das die Wicklung bei 16 Watt total toll schmeckt.
Chantalle hat kein Titan, aber ihre Mudda hat immerhin noch 0,40er Edelstahl rumliegen. Sie kann nun die gleiche Wicklung aus Edelstahl bauen, ebenfalls 16 Watt einstellen, und wird:

  1. das gleiche Dampferlebnis wie Kevin bekommen.
  2. den gleichen Kokelschutz bekommen, obwohl der Draht deutlich andere TC-Eigenschaften hat.

Weil bei Replay „vom Ende her“ konfiguriert wird (Einstellen der gewünschten Watt-Leistung, und Erfassung des dabei vorliegenden Warmwiederstands – wo immer der auch liegt), sind sämtliche Unterschiede die die Wicklung in Bezug auf TCR und Grundwiderstand hat vollkommen unerheblich. Es ist ein bisschen wie beim mechanischen Dampfen mit TC-Draht, nur das bei Replay die Ziel-Leistung beliebig eingestellt werden kann.

Fazit

Replay ist der Verzicht auf eine Temperaturanzeige, und damit entfällt der Rattenschwanz „TCR & Grund-/Kaltwiderstand“. Bei Replay ist für den Anwender nur noch „das gute alte Watt“ von Interesse. 🙂

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