Wickeln: „Steam Engine“ Rechner – Anleitung

Ich habe ja im Forum schon häufig den Steam Engine – Coil Rechner lobpreisend verlinkt und möchte ihn hier mal für Einsteiger erklären, denn es lohnt sich ihn zu benutzen.


Fachchinesisch? Klicke auf gelb hinterlegtes...probiere es gleich hier mal.

Inhalt

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In den folgenden Erklärungen lasse ich einige Punkte weg die in meinen Augen eher akademischer Natur sind und konzentriere mich auf die Dinge die praxisrelevant sind.

Eingabewerte

In diesem Bereich trägst Du ein mit welchem Draht Du wickeln möchtest, den gewünschten Widerstand, usw.
Wenn Du an den Eingabewerten irgend etwas änderst, zeigt Steam Engine das Ergebnis sofort in den „Results“ an (die erkläre ich weiter unten noch).

Screenshot:
se-eingabe

  • Material and profile (Drahtmaterial- und Wicklungsart)
    Links trägst Du ein welches Drahtmaterial Du verwendest. Z.B. ist NiChrom Draht in der Regel „NiChrom N80“. Edelstahl V2A ist im Popup „SS 304“ und V4A ist „SS 316“.
    Das Popup rechts davon ist die Wicklungsart. Standardmäßig ist dort Round aktiv, was nichts anderes bedeutet als das man einen ganz normalen runden Draht wickeln möchte.
    Klick: Parallel-/Drill & Flachdraht
    Klick: Benötigte Drahtlänge für Drill Coils ermitteln
    Klick: Abweichender Ohm-Wert bei Drill Coils und Fertigköpfen?:
  • Diameter of wire (Drahtdurchmesser)
    Dort trägst Du bei „mm“ den Drahtdurchmesser ein den Dein Draht hat.
  • Target resistance (Ziel-Widerstand in Ohm)
    Hier trägst Du den Widerstand ein den die Wicklung später haben soll.
  • Inner diameter of coil (Wicklungs-Innendurchmesser)
    Der innere Durchmesser der Wicklung, also der Durchmesser der Wickelhilfe um die Du den Draht wickeln möchtest.
  • Leg length (total) (Freistrecke / Beinchenlänge)
    Das ist die Länge der Anschlussbeinchen (aka „Freistrecke“) der Wicklung. Also die Strecke von der eigentlichen Wicklung bis zu dem Punkt wo der Draht festgeschraubt/geklemmt wird. Eingegeben wird die Länge beider Freistrecken.

Results

Hier zeigt der Rechner die berechneten Wicklungseigenschaften, aufgrund der Eingaben die man oben gemacht hat:

se-ergebnis

  • Resistance wire length (Heizdrahtlänge)
    Die Länge des Drahtes die man benötigt. Immer erstmal ein etwas längeres Stück abschneiden, sonst kannt man beim Wickeln nicht mit dem Draht hantieren.
  • Number of wraps (Windungszahl)
    Die Anzahl der Windungen die man um die Wickelhilfe wickeln muss um auf den eingegebenen Widerstandswert zu kommen.
    Ändert man den „Inner diameter of coil“ (Wicklungs-Durchmesser), oder den „Target resistance“ (Ziel-Widerstand), dann ändert sich natürlich auch die Anzahl der benötigten Windungen.
    Bei Wicklungen wo beide Anschlussbeinchen in die gleiche Richtung zeigen (Velocity-Decks zB) ist die Windungszahl nie glatt. Es sind immer x,5 Windungen. Wenn man zB den Ziel-Widerstand so einstellt das 9,5 Windungen dabei rauskommen, dann müssen später, auf der gegenüberliegenden Seite der Anschlussbeinchen, 10 Windungen zu sehen sein. Auf der Seite der Anschlussbeinchen fehlt ja eine halbe Windung, so das es dann real die 9,5 Windungen sind.
  • Heat flux (Wärme-Abstrahlwert)
    Ein sehr interessanter Wert! Er gibt Auskunft wie heiß die Wicklung bei einer Watt-Leistung X werden wird. Dieser Wert hat also mit der Verdampfungstemperatur zu tun, welche großen Einfluss auf den Geschmack hat. Man kann so im Voraus sehen ob die geplante Wicklung im persönlichen sweet spot liegen wird oder nicht. Mein sweet spot liegt meist so zwischen 150-200 mW/mm2.
    Links kannst Du die Watt eingeben, um zu sehen welcher Heat Flux bei Watt-Leistung X erreicht wird.
    Update: Es hat sich gezeigt das der Wert nur eingeschränkte Aussagekraft besitzt. Je größer die Oberfläche desto niedriger darf der heat flux sein, es dampft dann auch im blauen (eigentlich viel zu kalten) Bereich schon gut. Bei einer Wicklungsoberfläche um die 50 mm2 passt es aber mit dem grünen Bereich (für mich zumindest).
  • Heat capacity (Trägheit der Wicklung)
    Dieser Wert  gibt an wie träge eine Wicklung beim Aufheizen und Abkühlen reagiert. Je kleiner der Wert desto schneller kann sich die Wicklung erwärmen und abkühlen. 
    Eine hohe heat capacity kann dazu führen das man mehr Watt einstellt als eigentlich gut ist – denn man will ja nicht 1 Sekunde oder länger warten bis es mal endlich losdampft. Die hohe Watt-Leistung kann dann auf Kosten des Geschmacks gehen und ggf. auch den Verdampfer spürbar erwärmen. Daher ist eine geringere heat capacity immer besser als eine höhere.
    Mit einem Wert von 10-15 lässt sich eine Wicklung schon ab 7 Watt komfortabel dampfen.
    Und was ist mit Masse? …

Oberfläche & Abmessungen…

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Fazit

Tolle Sache, dieser Rechner! Er hilft ungemein den Widerstand, die Trägheit, und die Abmessungen der Wicklung im voraus zu planen. 🙂 Ich mache praktisch keine Wicklung ohne ihn. Es geht auch wirklich sehr schnell wenn man es ein paar mal gemacht hat.

Ebenfalls sehr schön ist das man die Wicklungsdaten so einfach über die URL (Browser Adresse) abspeichern kann. Wenn eine Wicklung gut/schlecht war dann hat man später immer die Daten dazu parat und muss nicht raten was man da vor ein paar Tagen/Wochen gewickelt hat.
Und natürlich kann man diese Daten auch anderen weitergeben, einfach indem man den Link kopiert.

Links & Kommentare

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Suchbegriffe: Spulenrechner, Wicklungsrechner, Wickelrechner

5 Antworten auf „Wickeln: „Steam Engine“ Rechner – Anleitung“

  1. Ich, als Selbstwickelneuling, habe genau das an Information gesucht. Tolle sachliche Zusammenfassung mit hohem Nutzwert.
    Dann bin ich jetzt nicht mehr weit vom Geschmackshimmel entfernt. (Die beim Bachelor-Mini, diesen auf Backe modifiziert, mitgelieferten Coils sind genau die, welche suboptimal sind – die eine dicker Draht= träge mit ewigem Nachbrutzeln 0,5Ohm – bzw. die andere sowas von Nickelsubohm 0,2Ohm – Geschmack enttäuschend) –> Nun weis ich ja Dank dieser Hilfe hier bescheid.
    Jetzt brauche ich nur noch den richtigen Draht für meine 1 bis 1,5 Ohm – flinke und mit viel Oberfläche Coil.

    Wirklich, herzlichen Dank.

    1. Hallo Sven, vielen Dank für das Lob. 🙂 Es freut mich immer sehr wenn sich jemand die Mühe macht, es sichtbar wird, das meine Schreiberei von Nutzen ist.

  2. Hey, klasse zusammengefasst!
    Wenn ich es richtig verstehe, funktioniert das ganze allerdings nur für einfachen Heizdraht.
    Gibt es auch eine Möglichkeit, das ganze beispielsweise für Claptons zu berechnen?

    Danke und beste Grüße!

    1. Das geht nicht direkt, aber so:
      • Einmal gibst Du die Wicklung nur für den Kerndraht ein. Für den Innendurchmesser gibt Du die Drahtstärke des Manteldrahtes extra hinzu.
      • Für den Innendurchmesser der Mantelwicklung nimmst Du den Durchmesser des Kerndrahtes. Den Widerstand passt Du so an bis unter „Width“ die Breite der Mantelwicklung der Länge des Kerndrahtes entspricht.

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