Der Subohm Irrtum

In diesem Beitrag geht es darum warum der elektrische Widerstand (Ohm) nichts mit der Dampfleistung zu tun hat, Subohm oft unnötig ist, und welche Vorteile es hat dünnere Drähte zu verwenden.


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Der Landfrauenverband Quarrendorf-West urteilt in seinem Fachjournal „Dung & Duft“: „Auf wolke101 gibt es tatsächlich keinen Haufen Mist!“.
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Subohm ist cool

Nee, Subohm ist eigentlich eine Krücke. Nahe am Kurzschluss zu dampfen ist ein Notbehelf der vor Jahren aus der Ecke der mechanischen Akkuträger „erfunden“ wurde um aus den gängigen Dampfakkus sehr hohe Watt-Leistungen entnehmen zu können. Da Li-Ionen-Akkus nur kleine Spannungen liefern (~3,0 – 4,2 Volt) sind sehr hohe Watt-Leistungen nur bei sehr niedrigen Widerständen möglich (physikalisch begründet).

Die Gleichung Subohm = bessere Dampfleistung ist zwar weit verbreitet, aber falsch.

Denn: Der Widerstand einer Wicklung sagt nichts über ihre Watt-Leistung, geschweige denn etwas über die Dampfleistung aus. Leider GAR nichts. 🙂

Die Dampfleistung einer Wicklung…

…wird im wesentlichen bestimmt durch:

  • Watt-Leistung
    Die Watt-Leistung ergibt sich aus der Ausgangsspannung des Akkuträgers und dem Widerstand der Wicklung.
  • Oberfläche der Wicklung
    Zuwenig kann bei hohen Leistungen schlechten Geschmack verursachen.
  • Nachfluss
    Kann das Liquid nicht schnell genug zur Wicklung fließen wird es weniger Dampfen, bis hin zu schlechtem Geschmack, bis hin zum Kokeln. Je höher die Watt-Leistung desto besser muss der Nachfluss funktionieren.
  • Luftzug
    Die Menge/Geschwindigkeit der an der Wicklung vorbeiströmenden Luft. Offene Verdampfer (open draw) die man mit niedrigem Zugwiderstand direkt auf Lunge dampfen kann sind für die ganz dicken Wolken unumgänglich, und viel wichtiger als der Faktor „Watt“.

Elektronisch ungeregelt / geregelt

Weil das Dampfernetz von Subohm ganz vollgenebelt ist glauben viele Einsteiger sie müssten auch unbedingt Subohm wickeln um riesige Dampfwolken zu produzieren. Bei ungeregelten Akkuträgern (mechanische Akkuträger) stimmt das auch. Doch Einsteiger sollten damit sowieso nicht ihre ersten Schritte tun: Ungeregelt Dampfen: Grundlagen

Bei elektronisch geregelten Akkuträgern (wo man die Leistung einstellen kann) können praktisch alle aktuellen Geräte hohe Watt-Leistungen auch bei höheren Widerständen ausgeben. Das liegt daran das die Akkuträger höhere Spannungen als früher generieren können. Zum Beispiel können selbst die schon betagten iStick 30W / iStick 50W ihre Maximalleistung bei bis zu 2,1 Ohm ausgeben. Es besteht also vielfach gar kein Zwang mehr seine Wicklung extrem niederohmig zu gestalten. Und elektrisch gesehen ist Subohm eher nachteilig, da Leistung an den Übergangswiderständen verloren geht.

Es ist nun aber auch nicht so das man gar nicht Subohm wickeln „darf“. Je nach Wicklung kann es auch mal sein das man im Subohm-Bereich landet und das ist auch nicht schlimm, nur eben komplett unnötig um dicke Wolken zu machen.

Warum die Hersteller Subohm machen

  1. Die Hersteller verkaufen verständlicherweise jene Produkte von denen die Kunden glauben das sie sie brauchen. Die würden Dir auch 200 Watt Boxen verkaufen, wenn Du glaubst das man sowas braucht. Ach hoppala, die gibt’s ja schon. 😆 Wenn die Kunden schon freiwillig glauben das Subohm ein Muss ist dann werden die Hersteller die letzten sein Dich aufzuklären. 😀 Jeder Hype bringt Taler in die Kasse, sei es Subohm, Watt-Wahn, VC Verdampferköpfe, oder das nun jeder Verdampfer per top fill befüllbar sein muss, auch solche die dabei aufgrund ihrer Bauweise zwangsläufig inkontinent sind…
     
  2. Subohm heißt in der Regel = dicker Draht. Und Wicklungen mit dickem Draht sind viel einfacher zu produzieren da sie stabiler/unempfindlicher sind. Jeder Hersteller möchte möglichst hohen Gewinn = geringen Ausschuss in der Produktion haben. Das solche Wicklungen bei „normaler“ Watt-Leistung träge sind ist für den Hersteller zweitrangig – das kann der Kunde dann ja mit einem neuem Akkuträger kompensieren, oder mit Temperaturkontrolle.  😛 

Alternative: Dünnere Drähte

Fast immer gibt es bessere Wicklungsalternativen zu den Subohm-„Dickdrahtwicklungen“:

  • Einen dünneren Draht mit mehr Windungen verwenden. Dabei wird die Wicklung nicht nur hochohmiger, sondern sogar ziemlich genau die gleiche Gesamtbreite beibehalten. Es sind zwar mehr Windungen, aber jede einzelne Windung ist ja auch dünner. Zudem hat mehr Drahtfläche Kontakt zum Docht, und die Wendel liegen besser im Saft da sich nicht so hoch sind.
  • Dünnen Draht parallel oder verdrillt (twistet) wickeln. Dazu mehr bei „In nackten Zahlen„…

Vorzüge von dünneren Drähten

  • Mehr Verdampfungsfläche = Gleiche Dampfmenge bei weniger Temperatur und besserem Geschmack.
  • Mehr Verdampfungsfläche = Verbreiterung des sweet spot Bereichs. Die Wicklung reagiert nicht so empfindlich auf hohe Watt-Leistungen (die werden dadurch aber nicht unbedingt sinnvoller). 😉
  • Weniger Drahtmasse = Geringere Trägheit der Wicklung.
    Die Wicklung beginnt schneller zu dampfen und hört auch schneller zu dampfen auf wenn man den Feuertaster loslässt, d.h. das Liquid köchelt und dampft nach dem Zug nicht noch mehrere Sekunden vor sich hin (ganz extrem bei Clapton Coils).
    Viele Dampfer dampfen (oft unbewusst) nur deshalb mit hoher Leistung damit sie die Trägheit der Wicklung kompensieren. Wer wartet schon gern 2 Sekunden oder länger bis die Wicklung zu dampfen beginnt…
    Ist die Wicklung aber erstmal warm genug, dann ist die viele Leistung gar nicht mehr nötig um viel Dampf zu erzeugen! Dies ist zB wunderbar beim Dampfen mit Temperaturkontrolle zu beobachten, bei der die Akkuträger die Watt-Leistung sehr drastisch reduzieren, sobald die Wicklung ihre Ziel-Temperatur erreicht hat.

In nackten Zahlen

Ein paar Beispielewelche die jeweiligen Vorteile in Zahlen verdeutlichen sollen. Ich habe hier 0,40er mit 0,20er Draht verglichen, einfach weil 0,40 populär ist und 0,20 genau die Hälfte ist. 😉

Grün = positiver Unterschied zu der 0,40er Wicklung mit 0,5 Ohm:

  0,5 Ohm 1,8 Ohm 1,0 Ohm 1,5 Ohm 1,5 Ohm 2,0 Ohm
Draht Durchmesser &
Wickelart
0,40 0,26 2x 0,20
Parallel
2x 0,20
Parallel
2x 0,20
Drill
2x 0,20
Drill
Oberfläche mm2 66 68 66 102 101 137
Masse mg 60 39 30 45 45 60
Breite mm 2,4 2,8 2,9 4,5 2,9 3,9
Watt 20 20 20 20 20 20
Heat Flux 276 279 276 184 184 138
  • Bei der 1,8 Ohm Wicklung habe ich nichts verdrillt, sondern ganz einfach nur 0,26er statt 0,40er Draht genommen, ein paar mehr Windungen gemacht, komme damit auf die gleiche Oberfläche – und spare 1/3 der Masse, wodurch die Wicklung schon etwas agiler wird.
  • Die 1,0 Ohm Wicklung, mit 2x 0,20er Draht parallel gewickelt, hat ebenfalls die gleiche Oberfläche, und sogar nur die Hälfte der Masse der 0,5 Ohm Wicklung.
  • Die 1,5 Ohm Wicklung, mit 2x 0,20 Draht parallel gewickelt, erhöht die Oberfläche gegenüber der 0,5 Ohm Wicklung um 50%. Trotzdem hat sie noch 1/4 weniger Masse. Sie ist mit 4,5 mm gute 2 mm breiter als die 0,5 Ohm Wicklung, wird aber in die allermeisten Verdampfer ohne Probleme passen (passt sogar in Kanger SOCC Köpfen 😉 ).
  • Die zweite 1,5 Ohm Wicklung, mit 2x 0,20er Draht verdrillt gewickelt, ist von den Daten gleich zur vorigen, aber wieder ähnlich breit wie die anderen Wicklungen. Wenn man’s denn unbedingt schmal mag.
  • Die letzte Wicklung, 2 Ohm und 2x 0,20er verdrillt, hat zur 0,5 Ohm Wicklung die gleiche Masse, aber mal gleich die doppelte Oberfläche…

Die Beispiele in der Tabelle sind exemplarisch um das Prinzip „dünner ist besser“ zu verdeutlichen. Wenn Du mit 0,30 Draht arbeitest dann wirst Du mit entsprechend dünnerem Draht die gleichen positiven Effekte haben, nur nicht so krass wie wenn man von 0,40er oder noch dickeren Drähten kommt.

Echt cool 🙂

Die Wärmeabstrahlung (bei identischer Watt-Leistung) ist bei Wicklungen mit größerer Oberfläche pro Quadratmillimeter geringer. Jeder einzelne Quadratmillimeter produziert für sich nun weniger Dampf – dafür gibt es aber auch mehr von den freundlichen Quadratmillimetern, die dies Schulter an Schulter kompensieren. Die Verdampfungstemperatur sinkt, mit dem Effekt das der Geschmack weicher und runder wird.

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Fazit

Es gibt zu Subohm-Dickdraht-Wicklungen Alternativen, welche neben dem höhere Ohm-Wert noch ganz andere positive Eigenschaften auf das Dampferlebnis haben.

Und wer mit sehr hohen Watt-Leistungen dampfen möchte, dem würde ich empfehlen sich zunächst mit seinem Akkuträger auseinandersetzen, in welchem Widerstandsbereich die gewünschte Watt-Leistung ausgegeben werden kann. Möglicherweise ist man gar nicht auf träges heißes Dickdraht-Subohm angewiesen und kann stattdessen Wicklungen bauen die reaktionsfreudiger und cooler sind, im Wortsinn… 🙂

Draht-Übersicht / Bezugsquellen / Drill-Tipps

Fertige Drill-Wicklungen

Leider habe ich keine Fertigwicklungen unter 0,25er Draht gefunden:

Wicklung Stück Quelle
2 x 0,25
Kanthal A1
1,0 Ohm
5 FT

Im Folgenden eine Übersicht über diverse Drähte mit Angabe der Masse, Oberfläche und des Widerstands. Die Angaben sind immer auf eine 7 cm lange Wicklung gerechnet, zur direkten Vergleichbarkeit.
Im wahren Leben sind 20-25 mg Masse schön agil, mit mehr Masse wird’s immer träger.

Fertig verdrillte Drähte:

Draht Masse / Fläche / Ohm
(auf 7 cm Länge)
Quelle Anmerkung
2 x 0,20
Kanthal A1
31 mg / 81 mm2 / 1,61Ω FT
GB
Guter Einstieg, und nur 50%
Masse eines 0,40er Drahtes. 
3 x 0,16
Kanthal A1
30 mg / 98 mm2 / 1,68Ω FT Tipp: Für MTL auf 1,3Ω wickeln,
immer noch sehr viel
Oberfläche und auch bei
kleiner Leistung sehr agil.
4 x 0,16
Kanthal A1
40 mg / 130 mm2 / 1,26Ω FT
GB
Noch einfacher zu wickeln,
und wenn man es etwas
niederohmiger braucht/will,
oder zB gleiche Oberfläche
bei weniger Windungen
haben möchte. 

Einzelne Drähte zum verdrillen:

Draht Masse / Fläche / Ohm
(auf 7 cm Länge)
Quelle
0,20 Kanthal A1 ** AM
FT
GB
0,20 Titan Gr1 ** AM
FT
0,16 Kanthal A1 ** AM
FT
GB
0,12 Kanthal A1 ** AM
FT

** Ist abhängig davon wieviele Drähte man miteinander verdrillt. Im Voraus berechenbar in Steam Engine: Wicklung planen mit der Steam Engine

Drähte für normale Wicklungen (mit einem Draht wickeln):

Draht Masse / Fläche / Ohm
(auf 7 cm Länge)
Quelle Anmerkung
0,30 Titan Gr1 23 mg / 66 mm2 / 0,5Ω AM
FT
GB
Aufgrund des geringen Gewichts,
der Sportwagen unter den Drähten.
Wickelt sich auch so zickig. 😉
0,30 Kanthal A1 37 mg / 66 mm2 / 1,5Ω AM
FT
Agiler als 0,40er Kanthal.
0,30 SS
V4A / 316L
42 mg / 65 mm2 / 0,8Ω AM
FT
GB

Etwas schwerer als Kanthal.
Sehr gutmütig zu wickeln.
Für Wickeleinsteiger sehr empfehlenswert.

0,25 Kanthal A1 26 mg / 55 mm2 / 2,2Ω AM
FT
Sehr agil im Vergleich
zu 0,40.
0,25 Titan Gr1 16 mg / 55 mm2 / 0,7Ω AM
FT
Aufgrund des geringen Gewichts,
das Kart unter den Drähten.

Titan Hinweis

Titandraht bitte nur mit niedriger Leistung sehr schwach (kirschrot) ausglühen! Er muss nach dem Glühen eine gold-blaue Farbe haben. Hat er stattdessen eine weißliche Schicht (Lupe: FT) dann hat sich aufgrund zu hoher Glühtemperatur Titanoxid gebildet, von dem angenommen wird das es gesundheitsschädlich ist.

Statt zu glühen kann man den Draht auch vorher mehrfach mit Alkohol abziehen: AM.

Tipps für Einsteiger

Ich persönlich nehme bei verdrillten Wicklungen gern 0,16er oder kleiner, empfehle das aber nicht für Anfänger, weil dann Frust eher vorprogrammiert ist. Ein Gasbrenner zum Ausglühen der Wicklung nach den Drillen und VOR dem Wickeln ist bei Drill-Wicklungen auch keine schlechte Idee, besonders je dünner die beteiligten Drähte sind. Drills haben mehr Eigenleben als Single-Draht. Heiß-kalter Tipp: Nach dem Glühen in kaltes Wasser halten, dann behält die Wicklung besser ihre Form. Bei Drähten unter 0,16 empfiehlt es sich ggf. die Wicklung noch mal auf der Wickelhilfe straff zu ziehen, zu glühen, und in kalt Wasser abzuschrecken.

„MTL Starterwicklung“

2 x 0,16 verdrillen und das auf 2,5 Ohm gewickelt, ergibt 20 mg Masse und 65 mm2 Oberfläche und ist eine schöne MTL-Wicklung die ab ca. 7 Watt supi dampft. Deutlich mehr geht natürlich auch.

„DTL Starterwicklung“

Für DTL / open draw, und etwas mehr Leistung kann es auch 0,20er sein – der ist einfacher zu wickeln. Auf 1,8 Ohm gewickelt ergibt das 35 mg Masse und 91 mm2 Oberfläche. Ab ca. 15 lumpigen Watt geht der Spaß los, und deutlich mehr geht logischerweise auch wieder.

Der tatsächliche Widerstand hängt relativ stark davon ab wie stark man den Draht verdrillt. Die beiden obigen Beispiele sind recht schwach verdrillt.

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Links & Kommentare

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24 Antworten auf „Der Subohm Irrtum“

  1. Ein interessanter Gedanke. Mit der Oberfläche ist es aber nicht ganz trefflich. Die effektive Oberfläche verringert sich zB beim Drill, da viel Metall auf Metall anliegt und dort nicht verdampft werden kann. Wäre interessant, das noch mit einzurechnen anhand eines Flächenfaktors. Beim 2er Drill könnte ich mir vorstellen, dass dieser 0,9 oder so beträgt.

    1. Der Flächenverlust bei gegeneinander liegenden runden Körpern ist sehr gering. Und selbst wenn man mehr als 2 Drähte drillt ist der Draht ja nicht dicht, Liquid dringt ein (7-fach Drill mit einem rundum „eingeschlossenen“ Draht und 6 Drähten mit jeweils ca. 1/3 nach innen liegenden Flächen zB). Außerdem kann man mit Hausmitteln eh nicht sauber drillen, so das es immer wieder Unterbrechungen in der Struktur gibt wo Liquid noch besser eindringen/haften kann. Beim Wickeln dehnt und staucht sich der Draht auch noch ein wenig, was die Struktur auch noch etwas aufbricht.
      Ich dampfe gerade eine 7-Drill aus 0,16er Kanthal, 4 Windungen auf 3 mm. Die kann von Steam Engine nicht berechnet werden (max 4 Drähte) aber ich schätze das sie so 200 mm2 hat. Die schmeckt so derart „weich“ das es mir fast schon zu weich ist.

      Also, genau kann ich auch nicht sagen ob das wirklich so ist wie ich denke, oder ob die Menge an Liquid die im Draht gespeichert ist so gering ist das es sofort weggedampft ist (raus kommt sie per Dampfdruck immer problemlos) und daher kaum eine Rolle spielt. Gibt es sowas wie Nachfluss während des Zuges in den Draht hinein oder nicht?
      Gefühlsmäßig, vom Dampfeindruck her, würde ich vermuten das nicht nur der Oberflächengewinn an der Außenseite was bringt.

      Steam Enginge berechnet übrigens den geometrischen theoretischen Flächenverlust auch nicht:
      5 Windungen mit 3x 0,20 parallel: 70,44 mm2
      Das Gleiche, als „Dreieck“ gelegt, mit einer einzigen Drillung: 70,44 mm2

      Ich schweife mal wieder vollkommen ab… 🙄 Wenn man einfach 2 Drähte schwach miteinander verdrillt ist das auch schon sehr effektiv, und dort liegt so gut wie die ganze Fläche beider Drähte frei, da stellen sich solche Raketenwissenschaftsfragen nicht 😉 und man spart schon die Hälfte der Drahtmasse.

  2. Auf der anderen Seite – mal ab von theoretischen Flächenverlusten – ist es ziemlich geil, mit dickem Draht zu wickeln. Der Coil ist quasi wie geleckt und könnte jedes mal direkt im Lexikon als Paradewicklung erscheinen. Mit einem Kuro kriegt das jeder hin. Im Verdampfer biegt man die Enden der Wicklung um 90 Grad um ein rundes Hilfswerkzeug hin zu den Polen. Die Wicklung sitzt dadurch modelmäßig im Verdampfer, zusätzlich ist sie extrem stabil und biegesicher, was die Einfädelung der Watte erleichtert und auch Silikatschnur komfortabel ermöglichen würde. Beim Verschleiß kann ich nur tippen, aber der dicke Draht dürfte wesentlich länger durchhalten.

    Ich wickle zur Zeit 0.511er Kanthal mit 3mm Durchmesser an japanischer Mujiwatte in einem Taifun gt2. Je nach länge der Wicklung erreiche ich bis zu 1,7 ohm. Angetrieben durch einen Istick 60w. Ich habe kürzlich auch einen 4er drill aus 0.2er Kanthal gewickelt. Geschmacklich war der Unterschied für mich nicht signifikant. Allerdings war das liquid eine billige Fertigmischung, ich müsste es nochmal mit einem selbstgemischten probieren. Jedenfalls liegt der Unterschied für mich demnach zum jetzigen Zeitpunkt in der Optik. Wer wie ich auf eine akkurate und aufgeräumte Verdampferoptik wert legt, kommt um einen dickeren Draht nicht herum.

    1. Ja, dicker Draht ist schon komfortabler zu bearbeiten, für Einsteiger ist das auf jeden Fall das richtige. Wenn man mit Temperaturkontrolle dampft bekommt man auch die Trägheit der dicken Drähte weg und hat trotzdem keine überhitze Wicklung. Bleibt als Nachteil dann nur das Nachbrutzeln, gibt schlimmeres.
      Titan bietet sich auch noch an. Der ist sehr leicht, wird schnell heiß, und kühlt auch schneller wieder ab.

      Verschleiß gibt es bei Drähten nicht, unabhängig davon ob sie dünn oder dick sind.

      0,5er Kanthal bei 1,7 Ohm? 🙄 Der hat 160 heat capacity, so das 16-fache von meiner Standardwicklung. Da musst Du aber schon abends den Feuerknopf drücken wenn Du morgens dampfen willst, oder? 😉 Mir ist die Wicklungsoptik nicht so wichtig. Hauptsache es dampft schnell, bei der Leistung mit der ich die eigentliche Zug machen möchte, damit der Geschmack auch passt. Aber wenn’s für Dich passt, dann passt’s.
      Gerade mal in Steam Engine geschaut: Deine Wicklung hätte in Titan 113 heat capacity, nee, das reisst es noch nicht genug raus. 😉
      3x 0,20 Titan 375 mm2 45 heat capacity
      Für mich wäre das immer noch ein Moppelchen, aber Du bekommst einen Sportwagen. 😉 Letzes Angebot:
      4x 0,15 Titan 375 mm2 36 heat capacity
      😉

  3. Hallo,
    erst mal danke für den sehr interessanten Beitrag und die ebenfalls informative Diskussion danach 🙂
    Eine Frage habe ich als nicht geübter Niederohmdampfer (muss ich auch nicht zwingend üben aber mich interessiert es): die Frage nach dem Geschmack. Wo ist der Geschmack, wie am sinnvolsten über Wicklung etc zu optimieren? Viel Dampf heißt nicht viel Geschmack, wenn ich richtig liege?
    Danke, Martin

    1. Jedenfall nicht zwingend. Man kann ja auch viel Dampf mit einer wenig-Oberfläche-Wicklung erzeugen, dann eben auf Kosten des Geschmacks.

  4. Guten Morgen Morgennebel, auch von mir erstmal ein Daumen hoch für den Artikel oben. Ich habe durch einen Subohm-Kollegen meine erste Ezig bekommen und mir direkt einen geregelten AT gekauft (Istick50). Hab auch schnell gemerkt, dass es bei Widerständen von 1 Ohm und höher wesentlich besser schmeckt (Da mehr Material da ist – sprich mehr oberfläche). Jetzt gehe ich auf TC Dampfen rüber und habe mir dank deines Artikels auch direkt einen Draht mit dünnem Querschnitt bestellt (NiFe48 – 0,2mm).
    Ich möchte maximalen Geschmack haben und habe dank des bald eintreffenden AT (Istick TC100W) genügend Leistung. Den Draht werde ich „Twisted“ wickeln um die Oberfläche zu vergößern. Wenn ich meinen Draht verdrehe (Twisted), muss ich dann bei den bekannten Coilrechnern mit Quadcoil rechnen? Welcher Faktor ist ausschlaggebend für den Geschmack? Ist es nur die Fläche? Oder liege ich da falsch und hab noch was vergessen (unabhängig vom Verdampfer und der Position der Spule).
    Der Artikel ist Top und öffnet vielen Leuten die Augen, was „bewusstes dampfen“ angeht.

  5. Danke für den Link. Jedoch gibt es bei dem Rechner meinen Draht nicht. Konnte jetzt auch den Draht mal verwenden. Es ist mir bis jetzt nicht möglich gewesen den dünnen Draht (NiFe48 -0,20mm) normal zu wickeln. Das Material ist zu weich, sodass ich ständig die Wicklung zerstöre beim bewatten. Naja kommt evtl. noch mit der Übung. Was geklappt hat war ein Drill aus 2 und ein aus 3 Drähten. Bei dem 3er Bund bin ich noch weiter gegangen und hab den als Seele für einen Clapton verwendet. Ich muss sagen, dass das Liquid sehr sehr sehr lecker schmeckt.
    Gibt es eigentlich neben dem Clapton eine Wicklung die Max. Oberfläche bei möglichst wenig Drahtmasse hat? Oder ist der Clapton da schon die beste Wahl.

    1. Drill ist da für mich die beste Wahl. Bei der Clapton bekommt man immer viel Drahtmasse, einfach weil der Mantel so kilometerlang ist. Theoretisch könnte man dem begegnen indem man zB 0,04er Draht als Mantel nimmt, aber wer will das um die Seele wickeln… Ich hab’s mal mit 0,06 probiert (wenn ich recht entsinne) und das war nicht wirklich Spaß. 😉

      Ich finde das man auch zuviel Oberfläche haben kann. Wenn ich was aus dünnen Drähten drille (0,06 – 0,12) das ich bei über ~200 mm2 rauskomme dann finde ich das nicht unbedingt besser. Ich fühle mich bislang bei 50-100 mm2 gut aufgehoben, aber das ist natürlich Geschmacksache. Auch mit wieviel Watt man dampfen mag. Denn bei so extrem hohen Oberflächen braucht man irgendwann auch wirklich mehr Leistung damit es vernünftig dampft, trotz geringer Masse, einfach weil über die viele Oberfläche so viel abgestrahlt wird.
      GuckstDu: Drill 16x NiChrom 0,06 7U 2ø ~229mm2 ~14hc 1,4WD ~1,5AW
      Muss man ausprobieren was einem liegt.

      Ich persönlich komme auch gut mit 0,22er als normale Wicklung klar, das sind dann so 50 mm2.
      Wenn ich drille dann mit 0,16er oder kleiner. Die verdrillten 0,20er oben in der Beispiel-Tabelle sind mir insofern praxisfremd. 😀 Die haben für mich immer noch zuviel Masse. Ich habe sie genommen weil 0,40 ein sehr verbreiteter Draht ist und 0,20 eben die Hälfte davon, womit sich die Zahlen gut vergleichen lassen und sich das Prinzip gut erschließen lässt.

  6. Hallo. Erst einmal sehr interessanter Artikel, allerdings erreiche ich auch durch subohm Wicklungen eine hohe Oberfläche, ich denke da an meine parallel coil mit v2a edelstahl-draht. 7 mal gewickelt auf 3mm ergeben 14 nebeneinander liegende drahtstränge 😉

    1. Es geht mir darum zu vermitteln das Ohm allein keinerlei Einfluss auf das Dampfergebnis hat, und das dicke Drähte kontraproduktiv für das Masse-/Oberflächenverhältnis sind.
      Subohm KANN auch viel Oberfläche haben, muss es aber nicht… Mit Dual Coil hat man die Möglichkeit die doppelte Oberfläche bei gleicher Trägheit einer Single Coil zu haben. Dabei kommt oft ein besonders niedriger Ohm-Wert raus, MUSS es aber nicht – es hängt eben davon ab was man wickelt… 2 Coils mit dünnerem Draht gehen ja auch.
      Wenn man zwei Drähte nimmt, und diese drillt, oder einzeln als Dual Coil verbaut – das Ergebnis ist von Widerstand und Oberfläche das Gleiche. Die Regeln für das Masse-/Oberflächenverhältnis sind bei Dual Coil die gleichen, und somit auch die Vorteile dünnerer Drähte.

  7. Ahoi
    Seit Oktober 2016 von Kippe auf Evic VTC MIni/Kangertech Subohm Mini umgestiegen.
    Viel experimentiert, hardware, mischen, wickeln -das ganze Programm.

    Um dann letztendlich wieder beim Subtank Mini, gepaart mit Kbox Mini in Edelstahl zu landen.
    Einge werden wahrscheinlich die Nase rümpfen, aber die Box ist optimal für mich.
    Lackierte Alu Boxen, sind in meinen Augen Wegwerfprodukte ;).
    Genug geschwafelt *g

    Danke für die vielen äußerst nützlichen Informationen hier!

    Eine einzigartige Informationsquelle.

    Dank der vielen guten Infos über Drähte usw. usf. dampfe ich nun voller
    Genugtuung meine Subtanks mit mehrfach gezwirbelten Dünn-Drähten bei im
    Schnitt 8,5 Watt.

    Voller Geschmack, bei geringen Liquid -und Akku verbrauch!

    Danke dafür.

    MfG
    Dumpfi

  8. aha, also wieder mal was gelernt, und festgestellt, daß ich bisher also falsch an die ganze sache rangegangen bin. in meinen ultimo passt bauartbedingt ja nur eine wicklung rein, da sind meine claptondrähte also nicht verkehrt und sind auch geschmacklich okay. den avocado will ich auch nur singe bestücken, wenn das mesh da ist, um die wattefummelei rein in den tank, raus aus dem tank zu vermeiden. der kriegt ergo auch eine single coil aus clapton. nerven tut mich aber der nixon auf meiner aspire cf subohm. ich habe zwei identische wicklungen drin, aber der will ums verrecken immer nur eine heizen. läuft irgendwie nicht wirklich mit zwei parallelen; eine seite ist patschnaß und die andere kokelt schon. bin ich zu doof zum zählen oder wickeln oder mach ich irgendwas anderes falsch…

    1. „Falsch“ ist ein großes Wort. Beim Dampfen ist erlaubt was gefällt. Clapton ist halt sehr träge, noch viel träger als dicker Single-Draht. Dem kommt man nur mit viel Watt bei, zumindest für die Startphase. Also Preheat des Akkuträgers nutzen, wenn vorhanden.

      Wieso soll in einem Single Coil Deck „Clapton nicht verkehrt“ sein? Die Art der Wicklung hat doch nix mit Single/Dual Coil zu tun. Du kannst auch Drill-Wicklungen im Ultimo nutzen. 😉

      Ungleichmäßige Dual: Wenn sie wirklich gleich viel Windungen haben: Entweder gibt’s ein Kontaktproblem im Verdampfer, so dass auf einer Seite weniger Strom ankommt (Schrauben fest genug?), oder es liegt an der Bewattelung, das der Nachfluss stark ungleichmäßig ist. Beliebter Fehler: zuwenig Watte in der Coil (fällt beim Dampfen minimal in sich zusammen und führt dann zu Kokeln). Wenn Du Japanwatte verwendest: Zuviel geht fast gar nicht, immer ordentlich rein damit.

  9. sooo, habe die nase voll gehabt und die wicklungen aus dem nixon rausgehauen, jezze ist alles schick und scheint auch gleichmäßig zu heizen. was das kontaktproblem betrifft, da bin ich eher der vorsichtige typ (mittlerweile)… wer einmal eine schraube an einem iphone überdreht hat, weiß wovon ich rede. getreu der alten schlosserweisheit: nach ganz fest kommt ganz lose…
    vielleicht hab ich mich falsch ausgedrückt mit single/dual-coil. der ultimo hat ja bauartbedingt eine single coil und den avocado wollte ich eigentlich single auf dem aspire betreiben. da geht aber keine clapton. dual wollte ich auch nicht wegen der sauerei oder dem geschicklichkeitsspiel beim nachtanken, oder beidem. also kann ich den nur auf den pico setzen, wenn es denn clapton sein soll, das mit dem preheat ist schon eine klasse sache.
    was die watte angeht, da ist soviel drin im nixon, daß ich schon befürchtet hatte, die wicklungen zu ruinieren, aber es geht… wo wir gerade dabei sind, die beigaben zu den tanks kannst du alle höchstens als tupfer verwenden, wenn dir mal eine sauerei passiert ist, der geschmack geht ja überhaupt nicht. jaja, der jangtse ist auch nicht mehr das, was er mal war, vermutlich ist er mittlerweile schon an der quelle gelb…

  10. Sehr schöner Artikel, ich hoffe den lesen die „Subohmer“ mit geregelten Akkuträgern, andererseits hätten wir dann weniger zu lachen 😉

    Deine gelben Tooltips sind allerdings Körperverletzung (ich glaub, ich werd blind ;))!!
    Wie wäre es denn mit der standard Hyperlink-Formatierung (dunkles Blau mit Unterstrich oder fett bzw. kursiv)?

    1. Das es inhaltlich keine Schmerzen beim Lesen gibt ist mir wichtiger. Aber blind sollst Du ja auch nicht werden: Gelb entschärft, quietscht nun weniger. Weitere Sonderwünsche werden mit 480,-/h berechnet. 😉 Preisgünstige Alternative: Sonnenbrille. 😎

  11. Hi,
    ich habe den Artikel mal zum Anlass genommen mich an dünnen Twisted Coils zu versuchen. Bis 2×0,2 Kanthal A1 funktioniert das ganze auch aber sobald ich mit 0,16 dreifach oder vierfach verdrillt arbeite kann ich keine definierte Coil mehr herstellen. Ich verwende den Coilmaster und sobald ich loslasse springen so 1-2 Windungen wieder auf und der Innendurchmesser vergößert sich merklich. Ich habe schon versucht die Coil mit der Zange straff zu ziehen und auf der Wickelhilfe mit dem Brenner zu glühen aber da werden nur die Enden heiß und reisen ab bevor die Coil ausreichend glüht um die Spannungen abzubauen. Vor dem wickeln habe ich den getwisteten Draht bereits geglüht. Jemand einen Tipp?

  12. Danke, werd ich mal versuchen. Ich verwende den Coilmaster für die Micro Coils, da ist er wirklich super und auch bei 0.3 Kanthal bisher kein Problem.

  13. Während meiner Einstiegs- und Experimentierphase ging ich den üblichen Weg bis zur Dual Clapton. Heute bin ich wieder bei den Anfängen: Kanüle, Muji-Streifen drauf, 0.25er 5-6 mal drum, +/-2 Ohm, Sweet Spot 15W. Neben technischen Vorteilen: keine 5 Minuten später dämpft der Squape wieder. Kein Ausglühen und Wattewechsel, Wicklung wird immer neu gemacht. Wickle auch für meine Frau, also doppelt Zeit gespart. Nur für spezielle Anlässe kommt noch eine Dual Clapton zum Einsatz, auch zum Angeben „schäm“

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