Wickeln: Watte-Sorten im Vergleich

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Ich vergleiche hier diverse Watte-Sorten fürs Dampfen. Ursprünglich kommend von Drogerie-Watte, habe ich nun über diverse Stationen meine Lieblingswatte gefunden.


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Watte – mal ’ne echte Innovation

Watte ist ein entscheidender Faktor für guten Geschmack im Verdampfer, da sie einen hervorragenden Liquid-Nachfluss bietet – im Gegensatz zu diversen Schnüren (Silika / Glasfaser) die man noch vor einigen Jahren fürs Dampfen benutzte. Die Wicklung steht bei Watte immer schön „im Saft“. Bei sogenannter „Japanwatte“ ist das besonders ausgeprägt UND sie bietet einen schönen klaren Geschmack. Als ob das noch nicht reicht, ist sie auch noch unempfindlich was die richtige Portionierung / Verarbeitung betrifft. Einfach super Zeuch! 😀

Und dennoch  gibt es Leute die sich darüber aufregen das Muji/KGD, oder die FiberFreaks Watte so „teuer“ ist, und sie deshalb nicht probieren wollen…
Gut das ich mit den Ohren wackeln kann, dann brauche ich nicht den Kopf zu schütteln und kann Energie sparen. 😉 Man gibt so viele Euro für Dampfkram aus, und dann soll es daran scheitern das eine Wicklung mit „überteuerter“ Watte 0,3 Cent mehr kostet?
Huhu? 🙂

Ich war lange Zeit mit Drogerie-Watte glücklich, bis ich ein paar Pads von der „Koh Gen Do“ Watte zum testen bekam… Holla, DAS war mal eine echte Dampf-Innovation, im Gegensatz zu vielem Hardware-Kram der es oft einfach nur gern wäre…
Der andere Watte-Fusselkram ist sogleich in den Müll geflogen (ich hatte 10 verschiedene Watten vorher getestet und war bis dahin bei Rossmann Lilibe hängen geblieben).

Meine aktuell persönlichen Favoriten, in absteigender Reihenfolge:

Koh Gen Do

„KGD“, 80 Pads, ungebleicht:
AM|EB|FT|GB

  • Geschmack: Etwas Wattegeschmack zu Beginn, von der sehr angenehmen Sorte, und er verschwindet vollkommen nach ca. 10 Zügen.
  • Verarbeitung: Sehr gut. Keine Gefahr von reißen beim durchziehen, selbst wenn man mal viel zu viel Watte erwischt hat. Die Watte lässt sich sehr gut dosieren, weil man leicht ganze Lagen abnehmen kann.
  • Menge: Etwa doppeltes Volumen des Durchmessers der Wicklung.

Cotton Bacon

„Version 2.0“, von Wick ’n‘ Vape, 10 Gramm:
AM|EB|FT|GB

  • Geschmack: Etwas Wattegeschmack zu Beginn, von der eher angenehmen Sorte. Geht weg, aber dauert länger als bei KGD, wo der Eigengeschmack nach wenigen Zügen beinahe „von jetzt auf gleich“ weg ist.
  • Verarbeitung: Gut wenn man sehr lange Stränge braucht (RDTA zB). Dosierung nicht so angenehm wie bei Pads, weil sich Lagen nicht ganz so einfach gleichmäßig abnehmen lassen. Beim Durchziehen in kleinen Coils eher mal „Staugefahr“ und ungleichmäßige Beschickung möglich. Für 2 mm Coils würde ich KGD immer vorziehen, und auch sonst, es sei denn ich möchte lange Stränge um zum Tankboden zu kommen.
  • Menge: Etwa dreifaches Volumen des Durchmessers der Wicklung.

Fiber Freaks

„Density 2“, 4 Pads:
AM

  • Geschmack: Etwas Nebengeschmack am Anfang, der aber recht schnell vergeht.
  • Verarbeitung: Die Watte is sehr fluffig und luftig, aber trotzdem fest und „störrisch“. Sie hat keine einheitliche Faserrichtung, sondern bildet eher eine Art „Gerüst“ welches immer wieder in den Ausgangszustand geht. Sie lässt sich daher etwas schlechter rollen als jede andere Watte. Besonders bei kleinen Coils (~1,2 mm).
  • Menge: Nur wenig mehr Volumen des Durchmessers der Wicklung, sonst hat man schnell Probleme sie durch die Wicklung zu bekommen (bei kleinen Coils zumindest). Sie fällt nicht zusammen, im Gegensatz zu KGD und Muji.

Muji

140 Pads, die ungebleichte Variante:
AM|EB|FT (25 Pads) | Oder in einer Muji Filiale

  • Geschmack: Es scheint mir gegenüber KGD einen Tick länger zu dauern bis der Wattegeschmack weg ist. Ich finde auch das sie nach dem Eindampfen nicht so rein wie KGD schmeckt, ein Hauch „Muff“ bleibt.
  • Verarbeitung: Ist nicht ganz so stabil wie KGD. Möglicherweise sind die Fasern kürzer oder nicht so gleichgerichtet wie bei KGD. Sie neigt dazu beim Durchziehen durch die Wicklung zu stauen, einen kleinen Berg vor der Wicklung zu bilden (Watte drehen während man zieht hilft).
  • Menge: Etwa doppeltes Volumen des Durchmessers der Wicklung.

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Rayon

Graham’s CelluCotton, Nr. 44040
AM
Dies ist eine reine Viskose-Watte. Es gibt von Graham noch andere Varianten, zB aus Baumwolle oder recyceltem Material die ich nicht empfehlen würde (zB Nummer 44070, „reinforced“).

  • Geschmack: Es dauert gegenüber KGD einen Tick länger bis der Wattegeschmack weg ist. Es ist für mich etwas weniger angenehm als bei KGD. Ich finde auch das sie nach dem Eindampfen nicht ganz so rein wie KGD schmeckt.
  • Verarbeitung: Fühlt sich typisch Viskose-mäßig „quietschig“ an.
    Extrem reißfest.
    Nicht so einfach zu teilen wie KGD/Muji, aber gleichmäßige Dochte bekommt man schon hin.
    Will nicht so recht in Position bleiben wo man sie hindrückt, sprich, sie geht gern in ihre Ausgangslage zurück. Nass ist’s aber ok, sie lässt sich aber nicht so „satt hinklatschen“ wie Japanwatte.
  • Menge: Etwa doppeltes Volumen des Durchmessers der Wicklung.

Puff

200 Pads, kosten praktisch gar nichts. Die Pads sind dünner als Muji oder KGD und haben einen leichten Muff-Grundgeschmack. Kann man dampfen, ist auch deutlich besser als Drogeriewatte, aber KGD gefällt mir deutlich besser.
AM|EB|FT|GB

Drogeriewatte

Zum Beispiel Rossmann – Lilibe, DM – Ebelin Bio Watte, Edeka – Jean Carol, etc…

Die waren früher mal gut, aber nur weil es geschmacklich einfach nichts besseres gab. Heutzutage absolut nicht mehr empfehlenswert, auch weil man die Wattemenge sehr genau treffen muss um den Nebengeschmack einigermaßen gering zu halten. Man muss sie in der richtigen Intensität rollen, darf nicht zuviel nehmen (einen Hauch mehr als die Wicklung dick ist), sonst sind Geschmack und Nachfluss im Eimer, bis hin zu kokeln).
Alle anderen Watten sind da weitaus toleranter bei der Menge.
Wenn man Pech hat geht der Eigengeschmack auch nicht nach dem Eindampfen weg. Im direkten Vergleich mit Japanwatte schmeckt Drogeriewatte immer etwas wattig, auch wenn sie gut eingedampft ist. Das wurde mir allerdings erst richtig klar als ich einen A/B Vergleich mit besserer Watte machen konnte.

Der Eigengeschmack der Drogeriewatte hängt wesentlich davon ab…

  • …wieviel Watte im Verdampfer verbaut ist. Dünne Wicklung = Wattegeschmack schneller weg.
  • …wieviel Watte als Zuleitung von Tank zur Wicklung hin verbaut ist. Z.B. hat der FeV recht viel Watte verbaut, ein Taifun GT weniger, und Spitzenreiter sind selbstgewickelte Kanger Clearomizer – dort sind’s nur zwei Millimeter „Watteweg“ bis das Liquid in der Wicklung ist.
  • …ob man eine gute oder schlechte Charge erwischt hat.
  • …wie der Wattegott heute gelaunt ist.

Fazit

Ich kenne bislang kein Dochtmaterial das von Anfang an völlig frei von Nebengeschmack ist. Allerdings ist bei KGD/FiberFreaks/Muji der Beigeschmack nach wenigen Zügen rausgedampft. Und das zuverlässig, ohne Glücksspiel, im Gegensatz zur Drogeriewatte.

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Anonym

Danke für die schnelle Antwort. Dann werde ich mal von der KGD ein wenig zum Test bestellen. Ihr zieht den Docht aber immer trocken zusammengedrillt durch die Coil oder? Ein Kollege macht das immer vorher schon mit Liquid feucht.
Ich habe auch mal versucht von der Muji mehr zu nehmen, allerdings war der Liquidfluß dann auch nicht mehr da. Ein Mittelweg dort zu finden ist als Anfänger nicht leicht.
Ich werde wohl noch ein wenig üben müssen aber das wird schon werden.

Dampf-Pfeife

moin erst mal,
also wenn du kgd relativ stramm durch die coil ziehst, dann biste immer auf der sicheren seite… kgd ist bei mir noch nie zusammengefallen und geschmacklich immer erste sahne. die äußeren schichten mache ich nicht zwingend ab, eher dann, wenn ich mich mit der abgeschnittenen breite vertan habe und der zusammengequetschte docht nicht durch das loch will. da kann man dann das entscheidende quentchen watte abnehmen, damit es passt… der rest der geschichte zum thema deckschichten auf watte gehört eher ins reich der kunde, die von lagerfeuer zu lagerfeuer weitergetragen wird…

Anonym

Ich habe als Neueinsteiger erst vor ein paar Wochen angefangen selber zu wickeln bei einem Kayfun Prime Clone.
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Muji Watte nach kurzer Zeit ein wenig zusammenfällt und ich einen komischen Geschmack bekomme. Tritt dieses Problem bei der Koh Gen Do auch auf?
Macht ihr bei den Pads die äußeren Schichten ab? Ich habe dies bisher immer gemacht, kann es evtl auch daran liegen?

Dampf-Pfeife

noch was anderes, was ist denn eigentlich von diesen silikatschnüren zu halten? prinzipiell scheint das material ja prädestiniert zu sein für neutralen geschmack, also ohne „eigenleben“. ich bin ja immer noch auf der suche nach einer liquid-schnelltest-methode für unterwegs. daheim ist das mit watte und pinzette ja kein problem, aber unterwegs habe ich nicht immer das ganze zwirbel-equipment dabei. allerdings ist das leatherman immer in meiner nähe und da ist ja eine schere dran. also ist der plan, nixon und schnur einstecken, schnur passend zurechtschneiden und nach dem geschmackstest einfach die schnur ersetzen für das nächste liquid. preislich ist das ganze auch erträglich, 5 meter 3mm schnur kosten nen fünfer, also einen lumpigen cent der centimeter.
und da ich mich mit dem gedanken trage, meinen zubehörhändler zu bereichern, gleich noch eine andere frage hinterher. aus eigener erfahrung kenne ich die trägheit von clapton-wicklungen, derzeit bin ich mit twisted ss 316 0,4 unterwegs und eigentlich ganz zufrieden. nur die trägheit ist mir immer noch zu hoch trotz preheat. irgendwo hier habe ich gelesen, das highspeed-talent wäre titandraht, aber halt etwas tricky zu wickeln. auf einer anderen schlaubischlumpf-wickelseite hat man mich im forum aber mit lebensverkürzenden titandioxid-ablagerungen erschreckt. ist da was dran oder gehört das in die kategorie „alternative fakten“…?

Dampf-Pfeife

mal eine andere frage, kann es sein, daß der watte-typ irgendwie den geschmack verändert? hintergrund ist folgender, in meinem ultimo ist ein gebräu, daß im „normalzustand“ also nach ca. 14 tagen reifung richtig lecker ist. dieses gemisch habe ich in meinem ultimo und der ist zur zeit nur zweit-tank, weil mein avocado mich den ganzen tag bei der schinderei begleitet und von dem handlicheren aspire cf subohm befeuert wird. irgendwie schmeckt das gebräu aber nach feierabend nicht mehr so, wie es sonst immer geschmeckt hat. deshalb also die frage, dezimiert mein jetziges favourite meine papillen auf der zunge oder reagiert die watte im ultimo mit der brühe mit ungewissem geschmacklichem ausgang… der edelstahl ist ja sicher nicht in auflösung begriffen, also weder wicklung noch wandung…

Dampf-Pfeife

mal eine andere „geschmacks“-frage. hat irgendjemand eine vernünftige praktikable lösung, um mal eben schnell ein liquid zu testen, ohne daß man den vorgänger durchschmeckt? habe mir den nixon v2 gegönnt und als test-tank auserwählt, weil er eben ein reinrassiger tröpfler ist. jede neue mischung aus meiner alchimistenküche geht erst mal da durch und wird auf tauglichkeit geprüft. mittlerweile habe ich ja schon einige „obskure“ mischungen zusammengebraut, aber jedesmal, wenn ich eine neue teste, dann hab ich immer noch den nachgeschmack des vorgängers drin. alternativ muß ich entweder so lange dampfen, bis es brenzlig wird oder ich müßte für jeden test die watte wechseln. dann habe ich aber den beigeschmack frischer watte drin.
was tun, sprach zeus, der göttervater; der olymp ist bekotzt, die götter sind besoffen…

Dampf-Pfeife

mach ich doch, also rauchen… ja, schande über mich, kreuzigt ihn nach hochnotpeinlicher befragung, ich rauche noch GERN… nach den mahlzeiten gehört für mich noch „echtes“ feuer unter die nase. also ich merke keinen signifikanten unterschied zwischen der normalen und der scottisch roll, früher war mir da scotch um längen lieber… also single highland malt… #rofl#
ist scheinbar ein werbetrick von kgd, wenn man die hälfte der watte gleich in den eimer wirft ist das nur gut für die aktionäre… ist auch nicht tank- oder drahtabhängig, der avocado schmeckt genauso gut oder schlecht wie der ultimo bei gleicher bestückung. btw avocado, habe nach wochen wartens endlich das mesh aus der inneren mongolei bekommen, war ein sensationeller tip mit der rolle, auch wenn es nicht „ganz“ hierher gehört…

Dampf-Pfeife

aus gegebenem anlaß mal wieder das fragen über fragen produzierende individuum…
habe gerade in nipponland eine packung kgd für nen zehner inkl. transport geordert, braucht zwar drei wochen, aber solange reichen die aktuellen wattebäusche noch. der grund für die bestellung war eigentlich, daß ich im klugscheißernetz etwas von einer „scottish roll“ gesehen habe, die angeblich einen sensationellen geschmack und eine aufnahmekapazität nahe eines schwarzen loches haben soll, was das liquid angeht. zu bemängeln ist natürlich der watteverbrauch, wenn ich aus einem pad gerade mal zwei dochte rauskriege…(wenn ich das richtig gesehen habe in der tube). ist das wirklich so ein „gewaltiger“ unterschied, was geschmack und saugfähigkeit angeht, oder gehört das doch in die kategorie „funnies“? wenn ja, dann werde ich demnächst schauspieler oder fernsehreporter, irgendwie muß die obligatorische schminke ja wieder raus aus der visage…

scholly

Watte heil angekommen?
Hab wegen eines häuslichen Unfalls z.Zt. anderes im Kopf…

scholly

Danke für diesen wunderbaren Topic / Beitrag (oder wie immer man das in einem Blog nennt 😉
Hatte mich zum CNY-Rabatt bei FT eingedeckt und würde Dir von der Puff-Watte 1-5 Pads per Brief zukommen lassen, wenn Du die auch mal selber testen und das dann oben einpflegen willst.
Interesse?

Dampf-Pfeife

alles klar, ich habe mir mal 0,4 mm ss316 von der rolle und kgd watte bestellt, wenn es ned funzt, ist halt noch ein zehner futsch. meine keramikköppe bleiben mir ja immer noch, obwohl die haltbarkeit irgendwie zu wünschen übrig läßt. also länger als drei wochen halten die nicht durch, mit keinem liquid, weder dunkles selbstgemischtes, noch helles selbstgemixtes noch original dealer tabak liquid. liegt aber da vielleicht auch an der charge der dinger, ähnlich wie bei den „normalen“ fusselköppen…
merci noch mal für den grandiosen support…

Dampf-Pfeife

kurze watte-frage, hab mal bei fiber freaks nachgesehen, die empfehlen density 1 für selbstwickler und density 2 für tröpfler. bin ich mit density 2 in meinem eleaf ecr trotzdem im grünen (sauberen) bereich, oder hab ich nach jedem nachfüllen einen besudelten atomizer und mod…??? das mit der größeren „störrigkeit“ leuchtet mir ein, kann mir auch ein leichteres einfädeln vorstellen…
und eine zweite frage hinterher, gehört eigentlich nicht hierhin, aber ich habe keine passende sparte gefunden. bin bei amazon über vorgefertigte nr-r-nr-wickeldrähte gestolpert, 0,25 mm durchmesser in ss bei 0,5 ohm. klingt auf den ersten blick verlockend, werte sind okay, in dem bereich liegen meine fertigen keramiknebler auch. ist das eine ernstzunehmende und empfehlenswerte alternative zum draht von der rolle? die dinger kosten nen knappen zehner für das 100er-päckchen, also auch recht günstig…
an dieser stelle noch den wunsch für einen guten rutsch, auch ohne eis und schnee in good old germany…