How to Blindtest your Dampfe

Wenn man sich fragt ob eine bestimmte Wicklung/Dampfe wirklich besser dampft als eine andere, dann ist die beste Methode ein Blindtest. Andernfalls ist man schnell voreingenommen, ohne es zu bemerken.


Blindtest? Bei einem Blindtest macht man sich unwissend gegenüber den Testobjekten, sprich man weiß nicht was man gerade testet, man ist „blind“.

Inhalt

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Brauche ich nicht, auf meine Zunge ist Verlass!

Das nicht nur die Zunge, sondern auch das Gehirn bei der Beurteilung von Dampfgeräten und Wicklungen eine Rolle spielt (Erwartungshaltung, Preis/Optik eines Geräts, Aufwand einer Wicklung etc) schwante mir schon länger.
Seitdem ich ein paar Blindtests gemacht habe weiß aber erst wie stark der Kopf beim Dampfen eine Rolle spielt, selbst wenn man aufrichtig versucht objektiv zu sein. So richtig klar wurde mir das während eines Blindtests bei dem sich eine bestimmte Wicklungsnummer mit sehr geringem Abstand zu den anderen Nummern als Favorit herauskristallisiert hat. Wenn ich dann während eines Testlaufes wußte das ich den Favoriten dampfe hatten die anderen Nummern automatisch schlechtere Karten in der Beurteilung…
Daraufhin habe ich dafür gesorgt das ich bei jedem Testdurchgang nicht mehr wußte welche Nummer ich gerade dampfe. Und dann wurden die Unterschiede weniger eindeutig… Der Kopf bestimmt zu einem sehr großen Teil was „gut“ ist!

Wie kann man blind testen?

Je nachdem was man testen will ist es mehr oder weniger einfach… Ich bin wie folgt vorgegangen:

Zwei verschiedene Wicklungen vergleichen

  • Zwei optisch absolut identische Verdampfer nehmen.
    Gereinigt (Restliquid beeinflusst schon den Geschmack).
  • Frische, nagelneue Wicklungen. Nix gebrauchtes oder „ge-dry-burntes“ vergleichen…
  • Lufteinstellungen müssen gleich sein. Bei selbstgewickelten Verdampferköpfen darauf achten das deren Luftdüse den gleichen Durchmesser hat.
  • Gleiches Liquid, aus gleicher Flasche nehmen. Damit nicht zB leicht unterschiedliche Dosierungen oder Reifezeiten von Liquids verglichen werden…
  • Die Verdampfer unter einer Decke oder ähnlich „durcheinander würfeln“, oder von anderer Person mischen lassen…
  • Jedem Verdampfer eine Nummer aufkleben. Oder noch besser unten auf den Akku, der dann natürlich mit dem Verdampfer verheiratet bleiben muss. Bloß nicht durcheinander kommen beim Nachtanken-/laden… 😉
  • Jede Wicklung separat schön eindampfen, einen Tank lang, und nebenbei den sweet spot finden. Dabei Zeit lassen, nicht den Geschmackssinn platt dampfen, immer wieder reichlich andere Dampfen mit anderen Geschmäckern dampfen. Wenn’s Tage dauert, dauert’s halt…
  • Optisch/haptisch gleiche Akkuträger/Kombi-Akkus, gleicher Ladezustand. Viele Akkuträger haben weniger Power, trotz Watt-Einstellung, wenn sie nicht voll geladen sind.

Nun kann man die Dampfen in mehreren Testdurchläufen gegeneinander vergleichen. Dabei muss man auf folgendes achten:

  • Nicht eine der Dampfen immer als erstes dampfen. Dann gewinnt sie wahrscheinlich, weil die Geschmacksrezeptoren bei den ersten Zügen am stärksten reagieren. Ich nehme immer abwechselnd einen Zug von beiden Dampfen, und jede darf mal die Erste bei einem Testdurchgang sein.
  • Jeder Zug muss so gleichmäßig wie möglich sein. Zieht man nur wenig länger/stärker verändern sich Dampfmenge und Geschmack (letzterer besonders durch die Zuggeschwindigkeit).
  • Auch muss die Inhalationsdauer gleich sein. Nur eine Sekunde länger inhaliert, verändert sich die Dampfmenge schon merklich.
  • Ebenso beeinflusst die Inhalationstiefe extrem stark die ausgeblasene Dampfmenge.

Per Schulnotensystem oder 5-Sterne-System kann man nun bewerten…
Dies wiederholt man in zeitlichen Abständen, am besten über ein paar Tage, da der Geschmack schon mal einer deutlichen Tagesform unterworfen sein kann.

Wenn sich eine Dampfe als besser erweist sollte man ab dann nicht mal mehr die anonyme Nummer der Dampfe vor einem Testdurchlauf kennen. Denn dann kommt die böse Erwartungshaltung „Jetzt dampfe ich meinen Favoriten!“ und die spielt eine große Rolle bei der Bewertung: „Die war eben gut, also wird sie auch jetzt gut sein…“.
Ich umgehe die Nummernkenntnis indem ich vor einem Testdurchlauf die beiden Dampfen außerhalb meines Blickfeldes solange mische bis ich keinen Plan mehr habe welche Dampfe in welcher Hand ist. Etwas interessantes im Fernsehen zu verfolgen hilft dabei zB ungemein… Oder man lässt von einer anderen Person mischen…

Zwei verschiedene Dampfen (Bauformen) vergleichen…

…oder auch um zwei völlig unterschiedliche Wicklungen zu vergleichen (die man ggf. schon am Sound erkennen könnte) müsste man härtere Geschütze auffahren. Das könnte man eigentlich nur mit einer zweiten Person machen:

  • Kopfhörer mit Musik, gegen den Einfluss des Zuggeräusches. Der Sound einer Dampfe/Wicklung beeinflusst sehr stark die Beurteilung.
  • Augen geschlossen, Schlafmaske etc.
  • Gleiche Drip Tips, um da sensorisch keine Unterschiede zu haben die eine Erwartung/Wiedererkennung bewirken könnten.
  • Wenn möglich einen gleichen Zugwiderstand einstellen…

Nun könnte die zweite Person die Dampfe zum Mund führen, feuern, für zB immer genau 4 Sekunden. Mehrmals wiederholen, mit zeitlichen Abständen.
Und ein bisschen acht geben dass das Ganze nicht in eine SM-Session ausartet. 😉

Fazit

Ob’s einem der doch recht hohe Aufwand wert ist muss jeder selbst entscheiden. Es ist auch eine Frage ob man seinen Glauben darüber was man gut findet überhaupt in Frage stellen möchte. 😉

Ich glaube das nur sehr wenige beispielsweise einen Kanthal/NiChrom-Blindtest überstehen würden, falls überhaupt irgend jemand…

Wer mag, wickelt mal zwei gleich dicke Kanthal/NiChrom Drähte, auf gleicher Wickelhilfe, mit gleicher Windungszahl, bewattet sie genau gleich (gleiche Breite vom Wattepad abschneiden), und testet dann mal blind was wohl welcher Draht ist…
Ganz wichtig noch mal: vor jedem Testdurchlauf muss man völlig blind sein, also auch nicht die Nummer/Markierung auf der Dampfe sehen, sonst bewertet man schnell mit einer Tendenz für eine der Nummern…

Mir ist es mittlerweile völlig Schnuppe ob ich Kanthal, NiChrom oder sonst was wickle. Jedenfalls was den Geschmack betrifft.

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3 Antworten auf „How to Blindtest your Dampfe“

  1. Ich bilde mir ein, dass ich Kanthal raus schmecken kann . Aber vielleicht mache ich auch etwas falsch damit. Ich habe nur ein Feuerzeug zum vorglühen, könnte es daran liegen? Freistrecken sind in der Wicklung nicht zu erkennen, der Drahtgeschmack ist auch nicht stark aber dennoch leider merkbar vorhanden.

    1. Meine persönliche Meinung ist das man den Unterschied von Drahtsorten nicht schmecken kann. Dazu müssten ja irgendwelche chemischen Reaktionen des Liquids mit dem Draht stattfinden. Meines gefährlichen Halbwissens nach gibt es da keine. Ich vermute das Dein Blindtest nicht wirklich blind ist, ODER Deine Wicklung hat ein Problem.
      Wenn irgendwo Draht trocken läuft und zu heiß wird dann schmeckt es natürlich anders. Atme den Dampf mal durch die Nase aus. Wenn’s leicht kribbelt dann hast Du auf jeden Fall irgendwo ’ne heiße Freistrecke.

      Und auf jeden Fall würde ich die Wicklung eindampfen bevor ich sie beurteile.

      Noch zum Wickeln:
      Nach dem Wickeln würde ich die eingebaute Wicklung mal kurz aufglimmen lassen und dann gleich in ein Wasserglas tunken. 2 mal wiederholen, dann Watte durchziehen. Nach dieser Trocken-Nassreinigung Du eine Wicklung die bestimmt keine Produktionsrückstände mehr hat.

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