China-Kauf: Neues vom Zoll

Ich hatte sehr lange keinen Dampfkram mehr bestellt, da ich eh keine Zeit hatte irgendwas auszuprobieren. Und meine SubTanks dampfen tatsächlich immer noch. 😉 Nun war es aber mal wieder soweit – zwei Sendungen gingen aus dem Morgenland auf die Reise.

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Eine Sendung kam mit grünem Aufkleber problemlos an (Randnotiz: Eleaf iJust One). Für die zeitgleich bestellte zweite Sendung wurde ich vom Zoll zu einem Kaffeekränzchen (aka Stichprobenkontrolle) eingeladen (Randnotiz: Kanger SubTank Mini C und Eleaf iCare Starterset). Ich war gespannt was passieren würde, nachdem ich am Rande von Zickereien des Zolls wegen fehlender deutscher Anleitung gelesen hatte.

Denn eigentlich… geht man zum Zoll, macht die Sendung auf, zeigt die Rechnung, und geht nach Hause. Doch diesmal meinte die gute Frau tatsächlich das sie mir „E-Zigaretten“ leider nicht aushändigen dürfe, und das die „zuständige Behörde“ erstmal prüfen müsse ob die Waren einfuhrfähig seien. Falls nicht, würde die Ware zum Händler (FastTech) zurückgeschickt. Die Prüfung soll ca. 2 Wochen dauern. Ich ging also mit leeren Händen nach Hause. Zum Glück hatte ich ja das Spielzeug aus dem anderen Paket, so konnte ich über den Unfug abwechselnd den Kopf schütteln und grinsen. Und am Zoll-Eingang dicke Wolken werfen. 😝

Schikane

Mittlerweise sehe ich das Zoll-Gedöns nur noch als reine Schikane. Falls eine Stichprobe nun auch immer dazu führt das dann die Einfuhrfähigkeit extra geprüft wird erhöht sich der Aufwand. Berichte gern per Kommentar wenn Du nach so einer Stichprobenkontrolle die Sachen direkt mitnehmen konntest, am besten mit Ort, denn es mag evtl. auch davon abhängen. Meine Erfahrung bezieht sich auf den Zoll in Hamburg.

Man sollte eigentlich dazu aufrufen Millionen E-Zigaretten in China zu kaufen, damit die „zuständige Behörde“ mit dem Prüfungsschwachsinn darin erstickt – womit dann auch endlich mal die gesundheitsschädigende Wirkung von E-Zigaretten bewiesen wäre. 😀

Früher war eben doch alles besser. 😉 Früher konnte man dem Zoll einfach per Email den Zahlungsbeleg schicken und die Sachen wurden dann ohne weiteres Aufhebens weitergeschickt. Heute kann man stattdessen für 28 Euro die Post beauftragen die Verzollung zu machen, was sich für kleinere Bestellungen sowieso nicht rechnet. Also muss man selbst zum Zoll fahren, oder halt überhaupt nichts machen, dann geht die Ware automatisch zurück.

Zudem hat der Zoll auch noch die Lagerfrist stark verkürzt. Innerhalb von 7 Kalendertagen muss man beim Zoll gewesen sein, sonst schicken sie es zurück.
Sollte eine Stichprobe nun immer die „Prüfung auf Einfuhrfähigkeit“ nach sich ziehen, dann wäre die verkürzte Lagerfrist für Dampfer eher ein kleiner Vorteil – man muss rein gar nichts machen und die Ware kommt relativ schnell wieder beim Händler an.

Neue Strategie

Ich hab auf das Gedöns keinen Bock mehr und werde zickig: Im Falle einer Stichprobenkontrolle werde ich diese in Zukunft komplett ignorieren. Und dann mache ich / passiert folgendes:

  1. Ich bestelle die Ware einfach noch mal.
  2. Die Stichproben-Ware liegt beim Zoll immer mit der maximalen Lagerdauer rum, nicht mein Problem.
  3. Der Zoll schickt die Stichproben-Ware nach Ablauf der maximalen Lagerdauer an den Händler zurück.
  4. Ich lasse mir vom Händler den Kaufpreis erstatten, mit einem Abzug für die entstandenen Versandkosten.

Vielleicht ist es auch eine gute Idee die Bestellungen nicht mehr nach der „26-Euro-Regel“ zu machen, sondern einfach jeden Verdampfer/Akkuträger einzeln senden zu lassen, was natürlich ökonomisch/ökologisch Schwachsinn ist, aber was will man machen. Das macht die Sendungen von den Abmaßen kleiner, und nach meiner Erfahrung sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Stichprobe je kleiner die Sendung ist. Außerdem erhöht es den Aufwand für den Zoll / die Prüfungsbehörde, und deren Resourcen sind endlich. Man kann ja mal zurückschikanieren, bzw die Regierung und ihre Behörden mit ihrem eigenen Unsinn totbeschäftigen.

ePacket?

Eine möglicherweise noch deutlich bessere Alternative könnte das bislang schon bewährte ePacket sein, bei dem man es im Prinzip umgekehrt macht. Die gesamte Bestellung in ein Paket, da dieses von FastTech/Gearbest, bzw deren Servicepartnern verzollt wird ist es wurscht vieviel drin ist, und man spart die 19% Mehrwertsteuer, sollte man über der 26-Euro-Freigrenze liegen. Die Frage die sich mir stellt: Läuft das immer noch so rund wie früher?

Ich werde das in Zukunft so probieren, auch wenn der Versand dann nicht mehr komplett kostenlos ist, wobei – es scheint sogar noch billiger geworden zu sein: Ich hab bei FastTech gerade mal testhalber einen Akkuträger für $33 in den Korb geworfen und das „Germany Express ePacket“ soll nur $0,97 Aufpreis kosten, das lag nach meinem letzten Stand immer bei $4 fix. Hmm, lege ich etwas für lumpige $2,32 in den Korb soll es auch nur 1,85 kosten – das ePacket ist bei FastTech also definitiv billiger geworden, und hängt nun auch vom Warenwert ab, wie vorher bei GearBest’s ePacket „Germany Express“ auch schon.

Wenn Du in den letzten Wochen positive/negative Erfahrungen mit dem ePacket bei FastTech oder „Germany Express“ bei GearBest gemacht hat, bitte kurz per Kommentar berichten, Danke.

Verlauf

Hier noch mal der genaue Vorgang bezüglich „Prüfung der Produkte“: Beim Zoll erklärte man mir das man die Waren nicht aushändigen könne, und dazu erhielt ich folgendes Schreiben in die Hand gedrückt:

Betreff: Prüfung von Verboten und Beschränkungen; hinsichtlich der Produktsicherheit Registrier-Nr. Brief 1248
Einfuhr von zwei Verdampfern für eine E-Zigarette

Sehr geehrter Herr Dings, die oben beschriebenen Waren können Ihnen vorerst nicht ausgehändigt werden, weil möglicherweise Verbote und Beschränkungen entgegenstehen. Dies erfordert eine Klärung durch die fachlich zuständigen Stellen. Eine abschließende Bearbeitung kann daher erst erfolgen, wenn die Entscheidung über die Einfuhrfähigkeit vorliegt. Hierüber werde ich Sie unaufgefordert unterrichten.

9 Tage später bekam ich Post:

Betreff: Einfuhr von Tabakerzeugnissen im Postverkehr – hier: „E-Zigaretten-Zubehör“

Sehr geehrter Herr Bums, Sie beantragten die Abfertigung o.g. Produkte zum zollrechtlich freien Verkehr. Zur Klärung, ob Verbote und Beschränkungen hinsichtlich des Tabakerzeugnisgesetzes der Einfuhr entgegentstehen, wurden Ihnen die Waren zunächst nicht überlassen.

Nach Entscheidung der zuständigen Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz handelt es sich dabei um Tabakerzeugnisse, die gemäß $$15, 22 des Tabakerzeugnisgesetzes nicht in den Geltungsbereich dieses Gesetzes verbracht werden dürfen.

Die von Ihnen angemeldeten Produkte können Ihnen somit nicht überlassen werden, sondern werden der Wiederausfuhr durch die Deutsche Post AG zugeführt.

Ich beabsichtige, die Sendung nach Ablauf der Rechstsbehelfsfrist der Deutschen Post AG zwecks Rücksendung and den Absender zu übergeben. Sollten Sie die sofortige Rücksendung wünschen, teilen Sie mir dies bitte (per Email …) mit.

Auf Deutsch: Der Paragraph 15 handelt von „Beipackzettel, Warnhinweis und Verpackung für elektronische Zigaretten und Nachfüllbehälter„. Da gefällt der Behörde also irgend etwas nicht beim SubTank Mini C, oder beim Eleaf iCare Starterkit, oder beidem.

Ich könnte nun gegen diesen Verwaltungsakt innerhalb von 4 Wochen Widerspruch einlegen. Das bedeutet dass das Zeug 4 Wochen irgendwo rumliegt und Ressourcen frisst. Was passiert jetzt eigentlich wenn 2 Millionen Dampfer etwas in China bestellen, es von der Behörde prüfen lassen, und im Falle der Ablehnung sich 4 Wochen lang überlegen ob sie Widerspruch einlegen möchten… 😀 Ich glaube das sich dann die Behörde an Ihre übergeordnete Instanz wenden würde, und das dann vielleicht mal jemandem auffiele was für eine Schwachsinn hier abgeht. Realistisch denke ich das die Behörde dem Zoll sagen würde das sie weniger Stichproben liefern sollen… 🙂

Tja. Wenn Gesetze nicht für Bürger, sondern für die Industrie gemacht werden, wie so oft… Ich beantrage die „Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz“ (totlach) umzubenennen in „Behörde für Konzerngesundheit und Industrieschutz„, das wäre mindestens hier doch deutlich ehrlicher.
Ich hab mir das damals schon gedacht: Gegen die Deklarierung der Dampfe als „Tabakerzeugnis“ hätte man Sturm laufen müssen, anstatt den TPD-Kram als „das kleinere Übel“ zu tolerieren. Eine Dampfe hat mit Tabak, Zigaretten, und Rauch nun mal rein gar nichts zu tun. Genauso gut könnte man Diesel-Busse und Kochtöpfe einer gemeinsamen Regulierung unterwerfen, mit der Begründung das aus beiden Rauch aufsteigt. Schwachsinn? Ganz genau. Und genauso gut könnte man Kühe und Politiker gemeinsam regulieren – aus beiden kommt heiße Luft, und gelegentlich eine schöner Schwall Scheiße. 💩

Neubestellung

Die Ware habe ich neu bestellt, und kurz überlegt ob ich das diesmal als ePacket schicken lasse, oder ob ich es in zwei Sendungen splitte, aber nee, ich will’s einfach aus Neugier mal testen ob es in exakt gleicher Bestellweise wieder beim Zoll hängen bleibt.

Fortsetzung folgt…

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